Die Schulden belaufen sich auf 30 Millionen Euro.
Die ADA Möbelwerke Holding AG und die ADA Möbelfabrik GmbH im oststeirischen Anger (Bezirk Weiz) haben am Dienstag einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt, so das Unternehmen in einer Aussendung. Ziel sei es, die Gruppe in reduzierter Form fortzuführen. ADA beschäftigt in Österreich rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Schuldenstand betrage rund 30 Mio. Euro, vorwiegend bei großen und institutionellen Gläubigern.
Grund für die Sanierung sei vor allem die negative Marktentwicklung und der Strukturwandel, der die gesamte europäische Möbelbranche erfasst habe: Anhaltende Konsumzurückhaltung, der beschleunigte Rückgang des stationären Möbelhandels und ein massiver Konsolidierungsdruck im Markt hätten daher auch die ADA Gruppe erfasst, die auch Standorte in Ungarn und Rumänien sowie in Raaba nahe Graz hat.
Stellenabbau über Jahre hinweg
Die ADA gilt als Traditionsunternehmen, das vorwiegend Polstermöbel wie Sofas und Matratzen herstellt. Am Haupthaus im oststeirischen Anger, das übrigens nur gut 20 Kilometer von der ebenfalls erst kürzlich in die Insolvenz geschlitterten Wollsdorf Leder liegt, war es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Stellenabbau gekommen. 2017 waren beispielsweise noch fast 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Anger beschäftigt. 2006 waren österreichweit rund 700 Stellen bei ADA vergeben. Gerüchte, dass es dem Unternehmen nicht gut gehe, machten schon länger die Runde.
In den vergangenen drei Jahren habe das Unternehmen Schritte in die künftige Ausrichtung gesetzt, um die ADA Gruppe mit ihrer fast 100 Jahren Tradition zukunftsfähig aufzustellen: Es wurden Kostenoptimierungen, Produktionsanpassungen und strategische Neuausrichtungen vorgenommen. "Seit dem Jahreswechsel hat sich jedoch ein Rückgang des Bestelleingangs um durchschnittlich 20 Prozent unter den Erwartungen eingestellt. Trotz intensiver Gegenmaßnahmen hat die Kombination aus schwierigem Gesamtmarktumfeld und drastisch einbrechender Nachfrage im ersten Quartal 2026 die Ertragslage des Unternehmens zusätzlich belastet", hieß es in der Aussendung von ADA.
Geplant sei, wesentliche Teile der Unternehmensgruppe fortzuführen. Parallel dazu würden Gespräche mit strategischen Investoren geführt. Der Jahresumsatz der Gruppe sei zuletzt bei rund 110 Mio. Euro gelegen. Die Gehälter der in Österreich betroffenen Dienstnehmer seien durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) abgesichert. Die Arbeiterkammer wurde in die Prozesse eingebunden.