Preis-Schock auch bei Milch und Joghurt

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Preis-Schock auch bei Milch und Joghurt

Selbst preisgünstige Vollmilch kostet 30 Prozent mehr als vor einem Jahr, Fruchtjoghurt um 27 Prozent mehr. Das zeigt der Teuerungs-Check der Arbeiterkammer.

Ein Glas Milch oder ein Fruchtjoghurt für zwischendurch – diese zwei Produkte sind für Konsumenten nun viel teurer geworden. Preisgünstige Vollmilch kostet im Jahresvergleich (Juni 2021 zu Juni 2022) um 30 Prozent mehr, Fruchtjoghurt um 27 Prozent mehr. Die AK verlangt eine befristete Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel – das wäre vor allem für Haushalte mit geringen Einkommen eine Entlastung.

Das Anti-Teuerungspaket der Regierung ist positiv, aber es fehlen wichtige Maßnahmen, etwa dass Preise sinken. Eine befristete Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel wäre daher in Zeiten der massiven Teuerung eine große Entlastung für Haushalte mit geringen Einkommen. Denn die Teuerungen gehen durch die Decke und machen das Leben immer schwerer leistbar.

Plus 30 Prozent

Die AK erhebt regelmäßig, wie sich die Preise in den Bereichen Energie, Sprit, Lebensmittel und Wohnen entwickeln – und die Zahlen sind alarmierend.

Der aktuelle AK Teuerungs-Check vom 20. bis 23. Juni 2022 bei sieben Supermärkten und Diskontern (Billa, Billa Plus, Spar, Interspar, Hofer, Lidl und Penny) zeigt: Preisgünstige Vollmilch (Frischmilch, 1 Liter) kostete im Juni 2021 im Schnitt 0,99 Euro, im Juni 2022 schon 1,29 Euro. „Das ist eine Verteuerung von rund 30 Prozent“, rechnet AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic vor. Für Fruchtjoghurt (1 Kilogramm) mussten Konsumenten  im Juni 1,69 Euro zahlen, nun 2,15 Euro – ein Plus von 27 Prozent.

"Preiswertere Eigenmarken teils nicht da"

„Es ist auch problematisch, dass zusätzlich zu den starken Teuerungen preiswertere Eigenmarken in den Geschäften teils nicht vorhanden sind und Konsumentinnen und Konsumenten zu noch teureren Produkten greifen müssen“, erklärt Zgubic. „Menschen mit niedrigerem Einkommen geben im Vergleich zu Besserverdienern einen wesentlich größeren Teil ihres Einkommens für Produkte aus, die sie zum Leben brauchen.“

Befristete Mehrwertsteuersenkung

Daher wäre gerade jetzt für Haushalte mit geringem Einkommen eine befristete Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel nötig. Zwar profitieren auch alle anderen Haushalte von einer solchen Senkung, aber je mehr Geld zur Verfügung steht, desto kleiner ist der Anteil der Lebensmittel an den Gesamtausgaben. Haushalte mit geringen Einkommen profitieren von einer Senkung der Umsatzsteuer auf Lebensmittel mehr als doppelt so stark wie Besserverdienende. Zusätzlich ist ein strenges Monitoring nötig, um sicherzugehen, dass die Preissenkungen tatsächlich bei den Konsumenten  ankommen.