US-Strafzölle kosten Österreich bis zu 240 Millionen

So trifft uns Handelskrieg

US-Strafzölle kosten Österreich bis zu 240 Millionen

Um bis zu 240 Mio. Euro könnten Trumps Zölle unsere Wirtschaftsleistung senken.

Wien. Dass Donald Trump nun tatsächlich neue Importzölle für Stahl (25 %) und Aluminium (10 %) auch für EU-Länder einführt – sie gelten ab heute (siehe Seite 10) –, sorgte am Donnerstag für empörte Reaktionen aus der EU und auch seitens der österreichischen Regierung.

„Falscher Weg.“ „Die Strafzölle der USA sind der falsche Weg und gefährden europäische Wirtschaftsinteressen“, so Kanzler Sebastian Kurz in einer ersten Reaktion. Die EU müsse nun mit Gegenmaßnahmen reagieren: „Wir sind gut ­darauf vorbereitet.“ Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck bezeichnete Trumps Handeln als „unverantwortlich“.

Firmen. Betroffen sind in Österreich etwa die voestalpine – allerdings nur mit maximal 3 % des Konzernumsatzes, wie das Unternehmen schon im März mitteilte. Die voestalpine macht rund zwei Drittel ihrer USA-Umsätze von rund 1,2 Mrd. Euro (2017) als lokaler Erzeuger vor Ort. Der Aluminiumkonzern Amag spricht von Kosten in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags“.

Auswirkungen. Berechnungen der Agenda Austria zufolge lässt der Konflikt im Stahl- und Alu-Bereich das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um knapp 50 Mio. Euro sinken. Kommt es zur von Trump angekündigten Ausweitung auf Auto-Importe (25 %), läge der BIP-Verlust bei bis zu 240 Mio. Euro, da das unsere Zulieferindustrie massiv träfe.