Volkswagens Aufholjagd an die Weltspitze stockt

Volkswagen (VW) will bis 2018 der weltgrößte Autobauer werden. Lange sah es nach einem Durchmarsch aus: Toyota litt unter Rückrufen und Erdbeben, General Motors (GM) unter Insolvenz und Opel. Doch die Rivalen sind erstarkt.

VW hingegen wird durch die Marktschwäche in Europa und die Absatzprobleme in den USA gebremst. Jetzt kratzt auch noch ein millionenfacher Rückruf am Image. Nach jüngsten Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) dürfte Toyota das Kopf-an-Kopf-Rennen dieses Jahr mit 9,75 Millionen Autos ganz knapp vor GM mit 9,70 Millionen Wagen für sich entscheiden. VW bliebe mit rund 9,6 Millionen erneut nur Rang drei.

Stückzahlen sind dabei nur die eine Seite der Medaille. CAM-Chef Stefan Bratzel prophezeit für die "ansonsten gut aufgestellten deutschen Hersteller sinkende Gewinne und Renditen". So schlägt das Problem des siechenden Heimatkontinents bei Volkswagen erheblich ins Kontor. Während Toyota über die ersten drei Quartale des Jahres mit 9,6 Prozent fast eine zweistellige Umsatzrendite schaffte, liegen die Wolfsburger mit 5,9 Prozent weit dahinter.

Das Problem haben auch die VW-Oberen erkannt. Der Vorstand schwenkt auf einen Sparkurs, will mehr denn je alles überprüfen. "Unser Fokus liegt auf einer konsequenten Kosten- und Investitionsdisziplin", gab Finanzchef Hans Dieter Pötsch jüngst die Losung aus. Kein Wunder, denn der Dax-Riese will spätestens 2018 nicht nur weltweit am meisten Autos verkaufen, sondern auch nachhaltig eine grundsolide Rendite von 8 Prozent schaffen.