Volkswagen sammelt über Nacht Milliardenbetrag ein

In seinem Rennen an die Weltspitze hat sich Europas größter Autobauer Volkswagen über Nacht mit einem neuen milliardenschweren Finanzpolster ausgestattet. Die Aktiengesellschaft sammelte über eine sogenannte Pflichtwandelanleihe wie geplant in kürzester Zeit 1,2 Mrd. Euro ein, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Er hatte die neue Anlagemöglichkeit erst am Vorabend angekündigt. Zum Zuge kamen ausschließlich institutionelle Investoren - also Profis etwa bei Banken, Versicherungen und Fonds.

Mit dem frischen Geld verfolgt VW mehrere Ziele. Zum einen treibt der Autobauer derzeit sein Wachstum in Märkten wie China, den USA oder Brasilien voran. Neben neuen Werken kostet dabei beispielsweise auch der Ausbau von Vertriebsnetzen. Andererseits wolle VW ganz generell seine gesunde Finanzstruktur stärken und habe bei dem Liquiditätsposten auch die Bewertung der Ratingagenturen im Blick, hieß es in einer Mitteilung. Ende März besaß der Konzern fast 11 Mrd. Euro Nettoliquidität - das ist das Geld in der Kasse minus Schulden bei den Banken.

Die Anleihe verzinst sich mit 5,5 Prozent und soll bis November 2015 laufen. Bei Fälligkeit bekommen die Investoren statt Geld neue VW-Vorzugsaktien - daher der Name Pflichtwandelanleihe. Mit diesem System hatte sich VW erst vergangenen November 2,5 Mrd. Euro frisches Geld ins Haus geholt - ebenfalls mit 5,5 Prozent Zinsen. VW will spätestens 2018 die Weltspitze anführen. Bisher fahren General Motors und Toyota zumindest bei den Verkaufszahlen vorne weg.

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