Hypo Real Estate setzt auf Auslagerung in Bad Bank

HRE will dreistelligen Milliardenbetrag auslagern

Nach seiner Verstaatlichung will sich der krisengeschüttelte deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) durch die Auslagerung von Problemengagements gesundschrumpfen. Das Institut müsse letztlich wieder alleine überlebensfähig sein, sagte Vorstandschef Axel Wieandt dem "Handelsblatt".

Zunächst wolle die HRE in den kommenden Monaten mit dem Rettungsfonds SoFFin zu einer Grundsatzvereinbarung über die Auslagerung von Problemkrediten und nicht-strategischem Geschäft in eine sogenannte Bad Bank kommen. Es könnten Vermögenswerte in einem dreistelligen Milliardenbetrag übertragen werden.

Die restliche Kernbank solle dann zumindest wieder kleine Renditen erwirtschaften. Wann die Hypo Real Estate aber mit der Rückzahlung der Kapitalspritzen beginnen kann, ließ Wieandt offen. Jetzt über Zeitpunkte zu spekulieren, wäre verfrüht, sagte er der Zeitung. Den Immobilienfinanzierer will Wieandt drastisch verkleinern. Die Bilanzsumme solle von über 400 Mrd. auf maximal 150 Mrd. Euro zusammengeschmolzen werden. Die Deutsche Pfandbriefbank als Kerngeschäft der HRE soll sich auf die Immobilien- und Staatsfinanzierung konzentrieren.

Künftig wolle die Bank nur noch risikoarmes Geschäft machen. Damit sinken aber auch die Margen, die sich erzielen lassen, hieß es in dem Bericht. Während Wieandts Vorgänger Georg Funke noch Renditen von 15 Prozent nach Steuern in Aussicht gestellt habe, hält Wieandt künftig nur prozentual einstellige Renditen für machbar. Selbst dafür müsse das Geschäft sehr diszipliniert gemanagt werden, sagte der HRE-Chef dem Blatt.