Währungen in Lateinamerika belasten Telefonica

Der Währungsverfall in den einstigen Boom-Märkten in Lateinamerika hat Telefonica den Jahresstart verhagelt. Der Betriebsgewinn sank in den ersten drei Monaten um 14 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro, wie der spanische Telefon-Riese am Freitag mitteilte. Der Umsatz brach ebenfalls um 14 Prozent auf 12,2 Mrd. Euro ein.

Hintergrund sind die Währungsturbulenzen in wichtigen Schwellenländern. So verlor der argentinische Peso im Vergleich zum Euro im ersten Quartal etwa ein Fünftel an Wert, der chilenische Peso gab fünf Prozent nach. Am schlimmsten traf es Venezuela - der Bolivar büßte 40 Prozent ein. Damit sind die vor Ort erwirtschafteten Gewinne in Euro umgetauscht weniger Wert.

Telefonica ist in der Zwickmühle: Von Mexiko bis Feuerland setzt das Unternehmen mittlerweile wesentlich mehr um als in Spanien. Über Jahre bügelten die sprudelnden Einnahmen aus Übersee die Rückgänge auf dem rezessionsgeplagten Heimatmarkt aus - jetzt aber nicht mehr. Und Zuhause ist kein Ende der Krise absehbar: Der Betriebsgewinn sank dort im Drei-Monats-Zeitraum um acht Prozent. Die Talfahrt kostete Telefonica bereits einen wichtigen Titel: Größter Telekom-Konzern Europas ist gemessen am Umsatz seit 2013 die Deutsche Telekom.

Beim Abbau des immensen Schuldenbergs kam Telefonica aber voran: Ende März standen die Madrider mit 42,7 Mrd. Euro in der Kreide. Telefonica gehörte in den vergangenen Jahren zu den am höchsten verschuldeten Unternehmen in Europa.

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