Weizenpreis weltweit am steigen

Wetterkapriolen

Weizenpreis weltweit am steigen

Trockenheit in Europa und zu viel Regen in den USA treiben Preis in die Höhe.

Die Erwartung einer mäßigen Getreideernte wegen Wetterkapriolen in Europa und den USA hat den Weizenpreis am Mittwoch weiter steigen lassen. Der europäische Terminkontakt zur Lieferung von einer Tonne Weizen im November verteuerte sich in Paris um 2,7 Prozent auf 237,75 Euro und ist damit in der laufenden Woche schon um gut fünf Prozent gestiegen. In Chicago wurde das Scheffel Weizen zur Lieferung im Juli 1,5 Prozent höher mit 7,7525 Dollar (5,45 Euro) gehandelt. Der Preis für die gleiche Menge Mais stieg um ein Prozent auf 7,27 Dollar. Der Pariser Mais-Kontrakt kletterte um 1,5 Prozent auf 239,75 Euro je Tonne.

Wetterkapriolen
Während es in den USA für die Aussaat zu nass ist, leiden weite Teile Europas unter Trockenheit. In einigen Teilen Mitteleuropas fiel im April 40 Prozent weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt. "Der starke Regen in den USA belastet den Winterweizen und verzögert die Aussaat von Mais und Sommerweizen", hieß es in einem Marktkommentar der ANZ Bank. "In Europa verschlimmert sich die Trockenheit in Frankreich. Diese Faktoren stützen die Getreidepreise." Meteorologen erwarten erst ab Juni wieder mehr Regen in Europa.

   Auf den Zuckeranbau in Europa hat sich das Wetter bisher nur wenig ausgewirkt. Der Agrarvorstand des größten europäischen Zuckerkonzerns Südzucker, Thomas Kirchberg, rechnet 2011 mit einer Durchschnittsernte bei Zuckerrüben. Der Zuckerpreis stieg an, was Händler auf einen verzögerten Beginn der Zuckerernte in Teilen des wichtigsten Anbaulandes Brasilien zurückführten. Raffinierter Zucker verteuerte sich in London um 2,1 Prozent auf 625,40 Dollar je Tonne. In den USA gehandelter Rohzucker legte 2,1 Prozent auf 22,42 US-Cent je Pfund zu.

   Angesichts von Hinweisen auf eine anziehende Benzinnachfrage in den USA erholte sich der Ölpreis etwas. Die US-Benzinlagerbestände waren dem Branchenverband API zufolge in der Vorwoche überraschend gefallen. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um zwei Prozent auf 98,85 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit 111,38 Dollar 1,2 Prozent höher gehandelt. Händler begründeten den Preisanstieg zudem mit dem etwas schwächeren Dollar. Verbilligt sich der Dollar, werden die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe günstiger und die Nachfrage steigt tendenziell an. Die Tonne Kupfer wurde an der Londoner Metallbörse LME zwei Prozent höher zu 8972 Dollar gehandelt. Nach Einschätzung von Wang Tao, technischer Analyst bei Reuters, könnte der Kupferpreis auf bis zu 9141 Dollar steigen. Gold verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1492,90 Dollar beziehungsweise um 0,7 Prozent auf 1050,38 Euro.