IPO-Markt in Europa verliert an Bedeutung

250.000 Polen zeichneten PZU-Aktien

Die Aktie des größten polnischen Versicherers wird zu einem einheitlichen Ausgabepreis von 312,50 Zloty (79,8 Euro) verkauft. Der Börsengang, bei dem knapp 30 % des Unternehmens zum Verkauf stehen, ist mit einem Volumen von 8,1 Mrd. Zloty (2,07 Mrd. Euro) der Größte in der polnischen Geschichte. Über 250.000 Privatanleger hätten Aktien gezeichnet, so Schatzminister Aleksander Grad. "Das Ergebnis des Börsengangs zeigt das Potenzial von Warschau als Finanzzentrum."

Wegen der großen Nachfrage legte das Unternehmen den Ausgabepreis am oberen Limit des zuvor bestimmten Korridors fest. Nach Angaben von Grad sei die Tranche der institutionellen Anleger mehrfach überzeichnet gewesen.

Bei den Privatanlegern wurde die Nachfrage schon im Vorhinein dadurch begrenzt, dass jeder Investor maximal 30 Aktien ordern konnte. 28 % der verkauften Aktien gingen nach Angaben des Schatzministeriums in die Hände von Kleinanlegern, 31 % übernahmen polnische institutionelle Investoren und 41 % Investoren aus dem Ausland. Am 14. Mai soll die PZU-Aktie erstmals gehandelt werden.

Die PZU erzielte heuer im ersten Quartal einen Reingewinn von 807 Mio. Zloty und damit rund ein Drittel weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch nach dem Börsengang bleibt der Staat größter Aktionär des Unternehmens; beteiligt ist weiterhin der holländische Versicherer Eureko, dessen jahrelanger Streit mit dem polnischen Staat um die PZU 2009 beigelegt wurde.