IPO-Markt in Europa verliert an Bedeutung

Euro-Paket dürfte Debüt von polnischer PZU beflügeln

Polens führender Versicherer PZU will am Mittwoch den bisher größten europäischen Börsengang des Jahres schaffen. Dabei dürfte der Euro-Rettungsschirm den Polen laut Experten zusätzlichen Schub verleihen.

"Wenn die heutige Stimmung anhält, wird der Börsenstart von PZU sicher positiv laufen", sagte Tomasz Bursa, Analyst beim Börsenhändler IDMSA dem "Wall Street Journal" (WSJ, Dienstagausgabe). "Hätten wir am Freitag gesprochen, wäre die Situation komplett anders". Handelsbank-Analyst Maciej Baranski rechnet mit einem Preisaufschlag am ersten Tag von 10 bis 20 %.

Die laut eigenen Angaben älteste und größte Versicherungsgruppe Polens will rund 25,8 Mio. Aktien oder 29,9 Prozent der Anteile an die Börse bringen. Der Preis je Aktie liegt mit 312,50 Zloty (77,65 Euro) am oberen Ende der Preisspanne und dürfte der polnischen Regierung sowie dem niederländischen Versicherer und Anteilseigner Eureko rund 2 Mrd. Euro in die Kassen spülen.

Eureko soll mit zwei Dritteln den Löwenanteil der Erlöse bekommen. Die Niederländer halten ein Drittel, der Staat 55 Prozent an PZU. Der Börsegang war ursprünglich für Freitag vorgesehen und ist auf Mittwoch vorverlegt worden.

Der Gang von PZU auf das Warschauer Börsenparkett dürfte den IPO des weltgrößte Aluminiumkonzern Rusal aus dem Jänner als bisher größten des laufenden Jahres ablösen. Die Russen hatten bei ihrem Schritt an die Börsen in Hongkong und Paris umgerechnet 1,6 Mrd. Euro eingenommen. Für Polen wäre es der zudem der größte Börsengang aller Zeiten. PZU verdiente im vergangenen Jahr unter dem Strich 3,76 Mrd. Zloty.