Hypo Alpe Adria: Geldwäsche-Verdacht in Montenegro

Die Hypo Alpe Adria Bank in Montenegro ist ins Visier der Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche geraten. Derzeit würden "einige verdächtige Geldüberweisungen und Kreditvergaben" untersucht, bestätigte die Behörde der Zeitschrift "Monitor". Dabei gehe es um Transaktionen in Millionenhöhe mit Unternehmen, die mit dem flüchtigen serbischen Mafiaboss Darko Saric in Verbindung gebracht werden.

Saric wird in Serbien verdächtigt, an der Spitze einer Gruppe zu stehen, die im vergangenen Jahr versucht hat, rund 2,7 Tonnen Kokain aus Südamerika nach Europa zu schmuggeln. Der Mafiaboss, gegen den es einen internationalen Haftbefehl gibt, hat sich inzwischen aus dem Staub gemacht.

Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria Bank hat die Darstellung zurückgewiesen. "Es gibt in Montenegro keine Untersuchungen gegen uns", sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der APA. Ermittlungen würden vielmehr gegen den von der Wochenzeitschrift "Monitor" genannten Mafiaboss Darko Saric laufen, mit ihm habe die Hypo allerdings nichts zu tun.

Zudem sei Predrag Mitrovic, Leiter der Anti-Geldwäsche-Behörde offenbar falsch zitiert worden. Die Hypo verwies auf ein kürzlich geführtes Interview im Montenegrinischen TV, in dem Mitrovic der Hypo eine sauber Weste bescheinigt haben soll.

Laut "Monitor" aber haben die Hypo Alpe Adria Bank und Hypo Alpe Leasing Millionen-Kredite an vier montenegrinische Firmen vergeben, für die wiederum Firmen eines jungen Montenegriners als Bürgen auftraten, die im US-Staat Delaware und auf den Marshall-Inseln registriert waren. Die Kreditbeträge sollen sich zwischen einer und sieben Millionen Euro bewegt haben. Das jüngste Darlehen sei noch Ende Dezember 2009 gewährt worden, als die Ermittlungen gegen Saric in Serbien bereits auf Hochtouren liefen.