Indiens schlechte Infrastruktur als Wachstumsbremse

Indiens schlechte Infrastruktur als Wachstumsbremse

Indiens schlechte Infrastruktur erweist sich für die aufstrebende Wirtschaftsmacht als Wachstumsbremse. So beklagte Verkehrsminister Kamal Nath, dass im gerade begonnen Haushaltsjahr (bis März 2011) täglich nur 12 bis 13 statt der geplanten 20 km Straße gebaut würden.

"Wir haben noch einen sehr langen Weg vor uns", beschrieb Nath am Montag die Probleme der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens. Analysten zufolge kosten der schlechte Zustand der Straßen sowie veraltete See- und Flughäfen das Land 1-2 Prozentpunkte des jährlichen Wachstums, das 2008/09 auf 6,7 % nach neun und mehr Prozent in den Jahren davor zurückgegangen war.

Wegen Problemen beim Landerwerb und der Vertragsvergabe wurden im vorigen Finanzjahr weniger als die Hälfte der geplanten 20 km Straße pro Tag gebaut. Abschreckend auf private und ausländische Investoren wirkten zudem Schwierigkeiten beim Eintreiben der Maut.

Um die von Nath für dieses Jahr erwarteten knapp 3.000 km zu bauen, sind Investitionen von rund zwei Bill. Rupien (33,8 Mrd. Euro) erforderlich. Für die Modernisierung von Flug- und Seehäfen, die Reparatur von Straßen und eine höhere Energieerzeugen wurde über eine 2012 endende Fünf-Jahres-Periode ein Finanzbedarf von umgerechnet 375 Mrd. Euro ermittelt.

Mit einer Länge von 3,3 Mio. km verfügt Indien über das drittgrößte Straßennetz der Welt. Zum Vergleich: Das deutsche Straßennetz ist knapp über 231.000 km lang.