Japan

J: Industrie produzierte erstmals seit einem Jahr weniger

Japans Industrie hat wegen des asiatischen Neujahrsfests ihre Produktion im Februar erstmals seit einem Jahr eingeschränkt. Die Firmen stellten 0,9 % weniger her als im Jänner. Analysten hatten nicht mit einem derart starken Rückgang gerechnet.

Sie sehen den Aufschwung aber dennoch nicht in Gefahr: "Der Rückgang vom Februar sollte nicht negativ gewertet werden, weil er vor allem auf den Termin der Feiertage zurückzuführen ist", sagte Yoshiki Shinke vom Analysehaus Dai-ichi Life. "Ich sehe kein Ende des Aufwärtstrends."

Die Firmen selbst erwarten für den März wieder ein Anziehen der Produktion um 1,4 %. Japans Wirtschaft profitiert von dem kräftigen Wachstum in Asien, das vor allem der Exportwirtschaft zu Gute kommt.

Die Binnenwirtschaft schwächelt dagegen weiterhin: Im Februar gaben die privaten Haushalte 0,5 % weniger aus als vor Jahresfrist, Experten hatten dagegen mit einem Anstieg von 1,5 % gerechnet. Dabei dürfte der immer noch schwächelnde Arbeitsmarkt in Japan eine Rolle spielen. Die Arbeitslosenquote stagniert bei 4,9 %, wenngleich sich die Verfügbarkeit von Jobs etwas verbessert.

Japan steckt derzeit wieder in der Deflation. Die Notenbank sagt noch längere Zeit fallende Preise voraus. Das lähmt den Konsum, weil sich viele Verbraucher in der Hoffnung auf immer günstigere Angebote mit ihren Einkäufen zurückhalten, was dann wieder die Produktion dämpft. In der Industrie laufen die Geschäfte zwar besser.

Dennoch gehen Experten davon aus, dass die japanische Regierung weiterhin vor den Wahlen im Sommer Druck auf die Notenbank ausüben wird, die Zügel weiter zu lockern, damit die Exporte nicht durch einen Anstieg des Yen in Gefahr kommen.