Freddie Mac will keine weitere US-Kapitalspritze

Lage am US-Hypothekenmarkt weiter sehr angespannt

Die Situation am US-Hypothekenmarkt, dem Ausgangspunkt der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich auch im 4. Quartal 2009 noch sehr angespannt dargestellt. Allerdings mehren sich laut einer Analyse der deutschen Dekabank Anzeichen, dass sich eine Entspannung der Lage auf dem Weg befindet.

So habe sich der Anteil der Hypotheken mit Zahlungsrückständen von 9,64 auf 9,47 % erstmals seit dem ersten Quartal 2007 verringert. Dagegen sei der Anteil der tatsächlichen Zwangsvollstreckungen aber nochmals von 4,47 auf 4,58 % gestiegen.

In beiden Fällen sind die Niveaus nach wie vor extrem hoch, was letztlich ein Abbild der ebenfalls noch hohen Arbeitslosenquote (9,8 % im Jänner 2009) sei, so Dekabank-Ökonom Rudolf Besch.

Die Anstiege der schwerwiegenden Zahlungsverzögerungen von mehr als 90 Tagen haben sich auch im 4. Quartal in allen Segmenten fortgesetzt. Erstmals seit Beginn der Krise am Hypothekenmarkt waren die Anstiege gegenüber dem Vorquartal aber geringer als zuletzt. Auch dies seien Anzeichen für eine noch in Aussicht stehende Verbesserung am Hypothekenmarkt, so Besch.

Im Prime-Segment betrugen die entsprechenden Anteile bei Hypotheken mit fester Verzinsung 4,99 (nach 4,29) % und mit variabler Verzinsung 18,13 (16,72) %. Im Subprime-Bereich wurden von der Mortgage Bankers Association (MBA) für feste Verzinsung ein Anteil von 22,06 (19,71) % und für variable Verzinsung von 42,7 (40,8) % bekanntgegeben.

"Die Situation am Hypothekenmarkt ist zurzeit sicherlich nicht mit gesund zu bezeichnen", so Besch. Er schließt aber nicht aus, dass im laufenden ersten Quartal der Höhepunkt bei den Zahlungsverzögerungen erreicht wird. Der Genesungsprozess am Hypothekenmarkt dürfte über mehrere Jahre andauern. Eine starke Bautätigkeit erwartet sich der Ökonom derzeit noch nicht, da der ausstehende Heilungsprozess am Markt dies nicht ermöglichen werde.

Ökonomenverband: US-Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Die National Association for Business Economics (NABE) prognostizierte in ihrer Quartalsumfrage für 2010 ein Wachstum von 3,1 und für kommendes Jahr von 3,2 %. "Wir sehen eine nachhaltige Erholung. Allerdings wird es noch dauern, die wirtschaftliche Schwäche zu verringern und die Bilanzen wieder in Ordnung zu bringen", sagte NABE-Präsidentin Lynn Reaser. Eine Wende am Arbeitsmarkt sei aber absehbar. Im ersten Quartal werden laut NABE-Prognose unter dem Strich durchschnittlich 50.000 Arbeitsplätze monatlich aufgebaut werden.

Trotz kräftigen Wachstums waren Ende 2009 weiter Stellen gestrichen worden. Der Abbau setzte sich auch im Jänner mit einem Minus von 20.000 Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft fort. US-Präsident Barack Obama hat den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu einer seiner obersten Prioritäten erklärt. Er versucht mit Steuermilliarden neue Jobs zu schaffen. Der Wirtschaftskrise sind in den USA seit Ende 2007 bereits rund 8,4 Mio. Jobs zum Opfer gefallen.

Der Ökonomen-Verband geht zugleich davon aus, dass die US-Notenbank trotz der wirtschaftlichen Erholung vorerst nicht an der Zinsschraube drehen wird: Eine Straffung der Geldpolitik wird erst für den Spätsommer erwartet. Der Leitzins ist mit null bis 0,25 % derzeit so niedrig wie noch nie.