Foglar setzt auf die Vernunft

Foglar-Vorstoß

ÖGB-Lohnpläne empören Industrie

ÖGB prescht vor: Weniger arbeiten bei gleichem Lohn. Jetzt droht Österreich ein heißer Herbst bei den Lohnverhandlungen.

Der Vorstoß von ÖGB-Chef Erich Foglar zu einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich empört die Wirtschafts-Bosse. Richard Schenz, Ex-OMV-Chef und Industriechef in der Wirtschaftskammer, macht seine Ablehnung unmissverständlich klar: „Das ist eine unrealistische Forderung, deren Kosten der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs schaden. Diese Forderung kommt zu unpassender Zeit und gefährdet den Wirtschaftsstandort.“

Industriellenvereinigung und Wirtschaftsbund orten gar eine Gefährdung der Arbeitsplätze. IV-General Markus Beyrer: „Das Beispiel Frankreich hat den völligen Irrweg einer Arbeitszeit-Verkürzung bereits eindringlich und abschreckend verdeutlicht.“

Angesichts der Wirtschaftslage sind die Gefechte um den Kollektivvertrag bereits ein Vorgeplänkel für die von Foglar angekündigte heiße Herbstlohnrunde. Österreichs Industrielle sind bereits nervös, kämpfen sie doch mit einem Umsatzminus von 18 % in ihren Betrieben. Auch im Export gibt es massive Einbrüche.

Bei den ÖBB hat deren neuer Vorstandschef Christian Kern eine Verschiebung des Lohnabschlusses, der für 1. Juli geplant ist, in den Raum gestellt. Null-Lohnrunden bei Beamten und ein geforderter ÖBB-Gehaltsstopp heizen die Diskussion an.