OMV konzentriert sich auf das Upstream-Geschäft

Petrom umsatzstärkstes SEE-Unternehmen

Die rumänische OMV-Tochter Petrom war 2008 mit einem Umsatz von 4,85 Mrd. Euro das größte Unternehmen in Südosteuropa (SEE).

Das geht aus einer von Roland Berger gemeinsam mit der Nachrichtenagentur SeeNews erstellten Liste der im Vorjahr 100 umsatzstärksten Unternehmen Südosteuropas ("SEE TOP 100") hervor.

Insgesamt erwirtschafteten sie einen Gesamtumsatz von 95,7 Mrd. Euro, 2007 waren es noch rund 70 Mrd. Euro gewesen. Die meisten Unternehmen stellt Rumänien mit 43 Vertretern und einem Anteil von 42,3 % am Gesamtumsatz. Dahinter folgt Slowenien (18 Unternehmen) und Bulgarien (16 Unternehmen).

Die derzeitige Wirtschaftskrise wird nach Meinung von Vladimir Preveden, Südostexperte bei Roland Berger, das Ranking für 2009 durcheinanderbringen. Die Krise ist in der Region verspätet angekommen und sie wird dort auch länger bleiben, zeigte sich Preveden überzeugt. Rumänien werde die Krise aufgrund seiner Größe besser überstehen als die anderen Volkswirtschaften in der Region. Allerdings sei die gesamte Region noch zu wenig internationalisiert.

Slowenische Wirtschaft stark verflochten

Eine Ausnahme bei der internationalen Aufstellung sei das kleine Slowenien, das rund 2 Mio. Einwohner hat, im Ranking aber mit 18 Unternehmen an zweiter Stelle liegt. Allerdings sei die slowenische Wirtschaft sehr stark verflochten. "Dies fällt ihnen jetzt auf die Nase", so Preveden in Anspielung auf den insolventen Mischkonzern Istrabenz oder den Getränkekonzern Pivovarna Lasko, die auch an vielen anderen slowenischen Unternehmen Beteiligungen halten.

Für das erste Halbjahr 2010 erwartet Preveden vor allem für das M&A-Geschäft eine gute Entwicklung, denn bis dahin dürften auch die letzten Reserven der Unternehmen in der Region verbraucht sein. Allerdings habe sich auch die Finanzierung von Projekten deutlich verschlechtert.

Die Banken in der Region, die meist im Besitz westlicher Mutterbanken sind, haben aufgrund der Wirtschaftskrise ihre Kreditvergabe wesentlich verschärft und damit unter anderem die Immobilienwirtschaft zum Erliegen gebracht. Sie war ein Motor der robusten Wachstumsraten der vergangenen Jahre, geht aus der Studie hervor.

Unter anderem sind auch die Finanzplätze in der Region im Vorjahr ausgetrocknet und deutlich geschrumpft: Die Laibacher Börse, Tochter der Wiener Börse, und die Zagreber Börse verloren zwei Drittel ihrer Marktkapitalisierung. Die Börsen in Bukarest (minus 70 Prozent), Belgrad (76 Prozent) und Sofia (minus 80 Prozent) wurden noch stärker getroffen, geht aus der Studie hervor.

NLB auf Platz Eins der großen SEE-Banken

Erstmals wurden auch die 50 größten Banken der Region in einer Rangliste gereiht: Nummer eins ist die slowenische Großbank Nova Ljubljanska banka (NLB) mit einer Bilanzsumme von 18,9 Mrd. Euro, gefolgt von der rumänischen Tochter der Erste Group (17,33 Mrd. Euro) sowie der rumänischen BDR Groupe Societe Generale (12,78 Mrd. Euro).

Insgesamt 23 Unternehmen der SEE TOP 100 haben Umsätze von über 1 Mrd. Euro. Die OMV ist neben Petrom mit seinen Töchtern OMV Slovenija d.o.o. (32. Rang, Umsatz: 913 Mio. Euro), OMV Bulgaria (38. Rang, 805,6 Mio. Euro), OMV Hrvatska (62. Rang, 574,79 Mio. Euro) und OMV Romania Mineraloel (63. Rang, 573,3 Mio. Euro) vertreten. Die Mobilkom Austria ist mit ihrer kroatischen Tochter VIP (71. Rang, 528 Mio. Euro) vertreten.

Dominiert wird das Ranking von der Öl- und Gasindustrie mit einem Anteil von 39 % am Gesamtumsatz der SEE Top 100. An zweiter Stelle bei den Umsätzen liegt die E-Wirtschaft mit einem Anteil von 15 %, gefolgt vom Groß- und Einzelhandel (11 %). Der profitabelste Wirtschaftszweig ist die Telekommunikation, die eine Umsatzrendite von rund 19 % aufweist, gefolgt vom Pharmasektor (14,6 %).

Aufgeschlüsselt nach Staaten kommen die profitabelsten Unternehmen aus Kroatien mit einer Rendite von 5,6 %, gefolgt von Rumänien (4 %) und Slowenien (3,6 %). In der Liste sind Unternehmen aus neun südosteuropäischen Staaten (Rumänien, Slowenien, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Moldawien) vertreten.