Firmen investieren fast schon zu viel

Überkapazitäten bei Li-Ion-Akkus in Sicht

Autos mit Elektroantrieben gehört laut Experten die Zukunft. Für den großen Durchbruch müssen vor allem die Akku-Hersteller sorgen, die die Kapazität der Akkus steigern und die Preise dafür drastisch verringern müssen. Die Produzenten zeigen sich grundsätzlich investitionsfreudig, laut der Unternehmensberatung Roland Berger vielleicht schon eine Spur zu viel. Denn die Consulter erwarten zwischen 2014 und 2017 erhebliche Überkapazitäten bei Akkus, vor allem dann, wenn die Firmen ihre Investitionszusagen einhalten.

Derzeit brummt das Geschäft mit Li-Ionen-Akkus zwar noch, "aber schon in den kommenden 5-7 Jahren erwarten wir eine massive Konsolidierung", so der Autor der Roland-Berger-Studie, Wolfgang Bernhart. Laut Experten werden E-Autos in den nächsten Jahren vor allem auf den großen Automärkten zulegen können.

Einem aggressiven Szenario zufolge werden Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV) und Elektrofahrzeuge (EV) in den Hauptregionen bis 2015 die Zahl von 1,2 Mio. Einheiten nicht übersteigen. Die Nachfrage nach entsprechenden Akkus für PHEV und EV beträgt 820.000 sogenannte "EV-Äquivalente", während das Angebot 2015 bei über 2,6 Mio. Äquivalenten liegen wird, verweisen die Berater auf die Diskrepanz. Zwar werde die Nachfrage bis 2020 weiter ansteigen, 3 Mio. EV-Äquivalente würden aber frühestens 2018 geordert.

Um die Kosten für die Akkus zu senken, bedarf es eines hohen F&E-Aufwands. Laut Roland Berger sind 50 bis 100 Mio. Euro für die neue chemische Zusammensetzung der Akkuzelle und 350 Mio. Euro für eine Produktionsanlage mit einer Kapazität von 100.000 Stück notwendig. Aus diesen Gründen würden nur 6-8 global agierende Hersteller in den kommenden 5-7 Jahren überleben, so Bernhart: "Die kritische Größe wird 2015 bei einem Umsatzvolumen von rund 600 Mio. Euro liegen."