US-Einzelhandelsumsatz kräftig gestiegen

US-Einzelhandelsumsatz kräftig gestiegen

Der Umsatz der US-Einzelhändler ist im März überraschend kräftig gestiegen. Die Erlöse wuchsen um 1,6 % im Vergleich zum Februar, wie das Handelsministerium mitteilte. Das ist das deutlichste Plus seit November. Analysten hatten lediglich einen Anstieg von 1,2 % erwartet. Ohne Autoverkäufe hatten die Händler 0,6 % mehr in den Kassen. Hier hatten Experten mit 0,5 % gerechnet.

Der private Konsum wird im 1. Quartal das gesamte Wirtschaftswachstum anschieben, sagte Thilo Heidrich von der Deutschen Postbank. "Dennoch sind Zweifel angebracht, ob dieser Aufschwung von Dauer sein kann." Die hohe Arbeitslosigkeit werde noch längere Zeit auf den Verbrauchern lasten. Die Konsumausgaben der Bürger dürften 2010 zwar steigen, allerdings weit weniger stark als in früheren Jahren, betonte Heidrich.

Die Zahlen nähren dennoch Hoffnungen, dass die Kaufbereitschaft der US-Bürger wieder steigt und dadurch die Erholung der Wirtschaft nach der schwersten Rezession seit 70 Jahren gestützt wird.

"Die weitere wirtschaftliche Expansion wird vom weiteren Wachstum des Privatkonsums abhängen", sagte US-Notenbankchef Ben Bernanke vor einem Kongressausschuss. Der Einzelhandelsumsatz gilt als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt. Die Verbraucher können von einer moderaten Inflation profitieren. Die Verbraucherpreise stiegen von Februar auf März nur um 0,1 %, die Jahresteuerung kletterte von 2,1 auf 2,3 %.

Im vergangenen Monat beflügelten vor allem Autoverkäufe mit einem Plus von 6,7 % das Einzelhandelsergebnis. Ohne diesen Posten hatten die Händler 0,6 % mehr in den Kassen. Hier hatten Experten mit 0,5 % gerechnet.

Für Lichtblicke sorgten auch die Lagerbestände der Wirtschaft. Die Firmen stockten ihre Vorräte im Februar um 0,5 % auf - dies war der stärkste Anstieg seit Juli 2008. Die Lagerbestände kletterten damit insgesamt auf einen Wert von 1,326 Bill. Dollar (974 Mrd. Euro). Dies ist das höchste Niveau seit Juli 2009.