Wiener Rentenmarkt baut Gewinne im Späthandel aus

Der Wiener Rentenmarkt hat am Mittwoch im Späthandel seine Gewinne ausbauen können. Unter der vielen europäischen Konjunkturdaten, die heute veröffentlicht wurden, verwiesen Händler auf das schwache Geldmengenwachstum in der Eurozone als größten Unterstützungsfaktor, das Zinssenkungsfantasien der Anleger beflügelte. US-Daten standen hingegen keine relevanten auf der Agenda.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der Europäische Zentralbank (EZB) wichtigen Geldmenge M3 lag im April bei 0,8 Prozent, wie die Notenbank am Mittwoch mitteilte. Fachleute hatten mit einem Anstieg um 1,1 Prozent gerechnet. Die Bankkredite in der Eurozone fließen indessen immer spärlicher. Insgesamt vergaben die Geldhäuser im April 1,8 Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat. Dies nähre die Hoffnung auf weitere expansive Maßnahmen seitens der EZB, hieß es von Händlerseite. Nächste Woche Donnerstag hält die EZB ihre monatliche Zinssitzung ab.

Am Primärmarkt ist Deutschland am Mittwoch bei einer Aufstockung einer dreißigjährigen Anleihe auf einem Teil seiner Papiere sitzen geblieben. Wie die Finanzagentur in Frankfurt mitteilte, gaben Investoren Gebote über rund 1,85 Milliarden Euro ab. Bei einem anvisierten Aufstockungsbetrag von zwei Milliarden Euro ergibt sich eine Lücke, die von Experten "technische Unterzeichnung" genannt wird.

Um 16.26 Uhr notierte die Leitemission am europäischen Rentenmarkt, der deutsche Euro-Bund Future mit Juni-Termin, mit 146,89 um 49 Basispunkte über dem Schluss-Stand vom Vortag (146,40). Heute Früh notierte der Rentenfuture mit 146,64.