Ampel-Kommission über „tödlicheres B.1.1.7“ und „Bildungscluster"

Corona-Insider von Isabelle Daniel

Ampel-Kommission über „tödlicheres B.1.1.7“ und „Bildungscluster"

Der Corona-Insider von Isabelle Daniel.

„Die Compliance der Bevölkerung“ sei „teilweise sehr schlecht“, berichtete in der Ampel-Kommission am Donnerstag die Vertreterin aus Salzburg. In ihrem Bundesland gab es mit plus 29 Prozent den stärksten Infektionsanstieg aller Bundesländer. Aber auch die Situation in Niederösterreich sei trotz „nur“ elf prozentigem Anstieg „angespannt“. „Die Vertreterin aus Niederösterreich berichtet von Ausreisetestungen in Wiener Neustadt, die ggf. in Kürze auf Wiener Neustadt Land ausgeweitet werden müssen“, steht im Sitzungsprotokoll. Und ihr Kollege aus Oberösterreich merkte an, dass man in seinem Bundesland „zunehmend Fälle in Schulen“ bemerken würde. Das ist in Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark ähnlich.

B.1.1.7 ist tödlicher

„Der Vertreter aus Wien“ – in dem Fall ist das KAV-Chef Michael Binder, stellte über die „Präsentation“ fest, dass die B.1.1.7 Variante „tödlicher“ sei und, dass sich dies „bereits in den Zahlen“ abzeichne. Während Ampel-Sprecherin Daniela Schmid meinte, dass das noch geprüft werden müsse.
Warnungen bezüglich der doch stark steigenden Inzidenzen und vor allem auch der Folgen der Ausbreitungen der B.1.1.7 Variante etwa in Tschechien und der Slowakei kamen interessanterweise von Binder, der naturgemäß wohl den besten Einblick in die Spitalssituation in Wien hat.
„Der Vertreter aus Wien nimmt Bezug auf die Wortmeldung des Vertreters aus Vorarlberg und weist darauf hin, dass in der Slowakei trotz rigidester Maßnahmen die dritte Welle nicht gebrochen werden konnte. Sehr ähnlich ist die Situation in Tschechien. Er hebt die Bedeutung des richtigen Zeitpunktes für das Setzen von Maßnahmen hervor, um eine etwaige dritte Welle zeitgerecht abfangen zu können. Es scheint noch zu früh, die gänzlichen Auswirkungen der Lockerungen vom 1.3. abzuschätzen“, steht im Ergebnisprotokoll und zeigt deutlich, wovor der Chef des Gesundheitsverbundes warnt.

Worst-Case-Szenarien und weniger Infektionen in Spitälern

 

Der Ampel-Leiter, Ulrich Herzog vom Gesundheitsministerium, gibt ihm freilich recht, da er darauf verweist, dass die Ampel-Kommission ohnehin von Lockerungen ab einer Siebentages-Inzidenz von 200 abgeraten und vielmehr mögliche Rücknahmen derselben empfohlen habe.
Derzeit, auch das stellte die Ampel fest, würden sich die „worst case“-Prognosen bestätigen. Gerade in Wien, Burgenland und Niederösterreich würde sich die B.1.1.7 Variante immer mehr ausbreiten. Vor einer Überschreitung der „Auslastungsgrenzen“ auf der ICU bis zum 24. März wird etwa für Wien gewarnt. Für den 17. März wird übrigens mit einer Siebentages-Inzidenz von 235 gerechnet.
Die guten Nachrichten: Zumindest in Altersheimen und Spitälern gehen die Covid-Infektionen dank Impfungen zurück.
Die Ansteckungsraten der über 65-Jährigen würden in Vorarlberg zurückgehen, dafür aber in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark steigen. Was weniger gut ist.

Zunehmend Blidungscluster

 

Ampel-Sprecherin Schmid führte, aus „dass die aktuellen Maßnahmen im Bildungsbereich (insbesondere die vermehrte Testung von PädagogInnen) dazu führen sollen, dass keine Cluster im Schulbereich auftreten.“ In derselben Sitzung berichtet sie allerdings von „14 Bildungsclustern in der Steiermark“, sowie von zunehmenden Zahlen in dem Bereich in Niederösterreich und Burgenland.
Insgesamt ist die Lage – jenseits von Vorarlberg – derzeit in ganz Österreich angespannt. Manchen scheint das bewusster als anderen. Auch das zeigt dieses Ampel-Protokoll.
  



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