Corona-Hölle Portugal: Patienten warten 12 Stunden auf Aufnahme

System vor Kollaps

Corona-Hölle Portugal: Patienten warten 12 Stunden auf Aufnahme

Portugal ist der neue Corona-Hotspot Europas. Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps.

Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 850 ist Portugal derzeit der absolute Corona-Hotspot Europas. Wie schlimm die Lage im beliebten Urlaubsland wirklich ist, zeigen Bilder von den Krankenhäusern. Vor dem Santa Maria Krankenhauses in Lissabon stehen die Krankenwägen bis zu 12 Stunden Schlange, um neue Patienten aufzunehmen. Im ganzen Land sind nur mehr 7 Intensivbetten frei.
 
In Portugal ist allein im Jänner fast die Hälfte der Menschen gestorben, die insgesamt seit dem Ausbruch der Pandemie vor knapp einem Jahr in Verbindung mit dem Virus ums leben gekommen sind. In diesen Zahlen spiegelt sich die seit Wochen rasante Ausbreitung des Erregers in dem Land. In vielen Krankenhäusern sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Krankenwagen warten manchmal stundenlang vor den Spitälern bis ein Bett frei wird.
 
Vergangenes Monat starben 5.576 Menschen nach einer Infektion. Das sind 44 Prozent der gesamten Corona-Toten in Portugal. Wegen der angespannten Lage leistet auch Österreich Beistand. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bot dem portugiesischen Premierminister Antonio Costa am Wochenende Hilfe an. Wie das Bundeskanzleramt bekannt gab, wird Österreich die Betreuung und Behandlung portugiesischer Intensivpatienten übernehmen. Behördenangaben zufolge waren im ganzen Land zuletzt nur mehr sieben Intensivbetten frei.
 

Land riegelt sich ab

Das Corona-Hochrisikogebiet Portugal hat sich zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Seit Sonntag ist in dem beliebten Urlaubsland die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. An der Landgrenze zum Nachbarn und EU-Partner Spanien wurden - wie bereits im Frühjahr 2020 - wieder Kontrollen eingeführt.
 
An Häfen und Flughäfen wurden zudem nach dem Regierungsdekret die Kontrollen verschärft. Ausnahmen gelten unter anderem für Menschen, die zur Arbeit fahren, an ihren Hauptwohnsitz zurückkehren oder beruflich unterwegs sind, für den Warentransport sowie für medizinische Notfälle oder humanitäre Hilfe.
 
Die 1214 Kilometer lange Landgrenze zwischen Portugal und Spanien war wegen der Pandemie bereits erstmals am 17. März geschlossen worden. Erst am 1. Juli wurde sie im Zuge der seinerzeit stark rückläufiger Zahlen wieder geöffnet.
 


OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten