Schallenberg Mückstein

Deal war um 2.30 Uhr fix

Das Geheim-Protokoll der Verhandlungen

Das Geheim-Protokoll der Verhandlungen: Um 2.30 Uhr war Deal fix 

Es war ein beinharter Poker, der gestern bis spät in die Nacht am Tiroler Achensee lief. Noch am Abend wurden Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein von den Landeshauptleuten nach Tirol beordert. „Wie Schulbuben mussten die zwei dann mit dem Auto losfahren“, so ein Verhandler.

Gegen 21 Uhr starteten dann die Verhandlungen. Die Fronten waren am Anfang verhärtet:

- Auf der einen Seite die drei SPÖ-Landeshauptleute Michael Ludwig (Wien), Hans Peter Doskozil (Burgenland) und Peter Kaiser, die für einen Lockdown kämpften.

- Auf der anderen Seite Kanzler Alexander Schallenberg sowie die ÖVP-Landeshauptleute Johanna Mikl-Leitner (NÖ) und Günther Platter (Tirol), die gegen einen Lockdown waren.

- "Gesundheitsminister Mückstein war auffällig zurückhalten, der hat kaum gesprochen", so ein Verhandler zu oe24.

Die Stimmung war jedenfalls angespannt. Der Kanzler argumentierte damit, dass die Intensivstationen im Osten bei weitem noch nicht voll seien. Konter eines SPÖ-Landeshauptmanns: „Kennt ihr eure eigenen Prognosen nicht? Das Prognose-Konsortium warnt vor einer Überlastung!“

Am Ende gab es ein Tauschgeschäft: Die vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer vorgeschlagene Impfpflicht sollte für alle kommen, dafür gibt es ab Montag eben auch einen Lockdown für alle. Mit dieser Variante konnte sich dann auch Schallenberg abfinden. Um 2:30 Uhr einigte man sich schließlich auf einen Lockdown für ALLE ab Montag. Um 7.30 Uhr in der Früh war man sich dann endgültig einig: Lockdown für alle ab Montag und generelle Impfpflicht ab 1. Februar 2022.
   



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