Erneute Preiserhöhung schadet Netflix

Abo jetzt vielen zu teuer

Erneute Preiserhöhung schadet Netflix

Verteuerung der Abo-Preise schreckt viele Nutzer des Videostreaming-Dienstes ab.

Nach dem coronabedingten Aboboom im ersten Halbjahr hat der Kundenandrang bei  Netflix  stark nachgelassen. Unterm Strich kamen im dritten Quartal nur 2,2 Millionen Bezahlabos dazu. Der Streamingdienst-Anbieter verfehlte damit sogar die eigene Prognose und blieb weit unter den Erwartungen der Analysten. Neben dem zunehmenden Wettbewerb ( Disney+ , Apple TV+, etc.) macht dem Marktführer offenbar auch seine erneute Preiserhöhung zu schaffen.

Wie berichtet, hat Netflix vor einigen Wochen die Preise – auch in Österreich -  ziemlich stark erhöht . Und das obwohl die Abos bereits im Vorjahr teurer wurden. Die erneute Preiserhöhung dürfte viele potenzielle Neukunden abschrecken und zur teils günstigeren Konkurrenz abwandern lassen. Zuletzt hat Netflix zwar ein  völlig kostenloses Angebot  gestartet, doch hier werden lediglich ältere Eigenproduktionen gezeigt. Der in den letzten Jahren anhaltende Aufschwung scheint somit (vorerst) vorbei zu sein.

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Starker Dämpfer nach „Corona-Hoch“

Hatten Serienhits wie "Tiger King" in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage in der Coronapandemie in den beiden Vorquartalen mit 15,8 Millionen beziehungsweise 10,1 Millionen neuen Nutzern noch für  einen großen Ansturm gesorgt , flaute das Wachstum nun kräftig ab. Zwar konnte Netflix nach eigenen Angaben mit Produktionen wie dem Action-Thriller "The Old Guard" mit Oscar-Preisträgerin Charlize Theron oder "Project Power" mit Jamie Foxx punkten, insgesamt hielten sich die Blockbuster aber in Grenzen.

Auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 6,8 Millionen Kunden hinzukamen, sah es im abgelaufenen Quartal sehr viel bescheidener aus. Der Gewinn legte im Jahresvergleich zwar um 19 Prozent auf 790 Mio. Dollar (669 Mio. Euro) zu, blieb aber ebenfalls unter den Erwartungen der Wall Street. Der Umsatz stieg unterdessen um rund 23 Prozent auf 6,4 Mrd. Dollar und übertraf die Prognosen etwas. Für das laufende Quartal rechnet Netflix mit 6,0 Millionen neuen Kunden - hier hatten Analysten wiederum mit mehr gerechnet.

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Starke Konkurrenz

Befürchtungen, die Pandemie könne das Angebot des Streaminggiganten dauerhaft beeinträchtigen, trat Co-Vorstandschef Ted Sarandos jedoch entgegen. Die Produktionspipeline für 2021 sei annähernd intakt, versicherte er. "Die Produktionen könnten etwas langsamer vorangehen, als wir geplant hatten, aber im Wesentlichen sind wir zurück im Geschäft", sagte Sarandos in einem Video-Interview. So hätten etwa die Produktionen der neuen Staffeln von Serienhits wie "Stranger Things" oder "The Witcher" schon wieder gestartet werden können.

Dass Netflix sich zuletzt schwertat, dürfte auch am verschärften Konkurrenzkampf gelegen haben. Neben etablierten Rivalen wie Hulu oder Amazon Prime setzt nun auch der Hollywoodriese Disney voll auf Streaming. Vergangene Woche erst kündigte der mit seinen lahmgelegten Vergnügungsparks massiv unter der Pandemie leidende Kontrahent einen Konzernumbau an, der die Online-Videodienste wie Disney+ künftig zum klaren Schwerpunkt des Geschäfts machen soll. Zudem kamen mit WarnerMedias HBO Max und Comcasts Peacock zuletzt weitere neue Streaming-Services hinzu, die mit Netflix um Zuschauer buhlen.

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Management versprüht Optimismus

Das Management ist sich des erhöhten Wettbewerbsdrucks durchaus bewusst. "Wir sind begeistert, gegen Disney und eine wachsende Anzahl weiterer Akteure anzutreten", hieß es im Brief an die Aktionäre zwar selbstbewusst. Doch Netflix wolle seinen Service so schnell wie möglich weiter verbessern, um "Jedermanns erste Wahl für Online-Unterhaltung" zu sein. Die Konkurrenz umfasse nicht nur Streaming, sondern auch andere Entertainment-Formen wie Videospiele oder von Nutzern erstellte Inhalte bei Youtube oder Tiktok.

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