Huawei: Geniales Falt-Handy mit Handicap

Neues Mate Xs ist da

Huawei: Geniales Falt-Handy mit Handicap

Neue Smartphones des Herstellers kommen ohne offizielle Google-Lizenz - auch das Mate Xs.

Eigentlich wollte  Huawei  auf dem Mobile World Congress in Barcelona neue Produkte vorstellen. Doch die weltgrößte Handymesse wurde wegen dem Coronavirus abgesagt. Deshalb wurden die Neuheiten am Montagnachmittag via normaler Keynote (ebenfalls in Barcelona) vorgestellt. Die neue  P40-Reihe  wird aber erst am 26. März im Rahmen eines eigenen Events in Paris vorgestellt. Dennoch konnte der chinesische Hersteller mit einem echten Highlight auftrumpfen - seinem zweiten Falt-Handy. Dieses hat jedoch ein Handicap. Denn neben den neuen Produkten standen auch die Schwierigkeiten aufgrund der US-Sanktionen im Mittelpunkt. Die neuen Smartphones laufen nämlich alle ohne offizielle Google Lizenz. Google-Dienste und Apps wie Play Store, Maps, YouTube oder GMail sind also nicht mehr vorinstalliert. Stattdessen setzt Huawei auf die Open-Source-Version von Android und seine eigenen Software-Lösungen namens Huawei Mobile Services (HMS).

© Huawei/Screenshot

Neues Falt-Smartphone

Im Vorjahr stellte Huawei am MWC mit dem  Mate X  sein erstes Falt-Smartphone vor. Dieses kam aufgrund der US-Sanktionen aber entgegen den ursprünglichen Plänen  nur in China auf den Markt . Am Montag zauberte Huaweis Mobile-Chef Richard Yu nun das Mate Xs aus dem Hut. Dieses kann zu einem 8 Zoll großem Tablet aufgefaltet werden. Zusammengeklappt verfügt es an der Vorderseite über einen 6,6 Zoll großen Touchscreen und auf der Rückseite über einen 6,38 Zoll großes Display. Als Prozessor kommt der neue Kirin 990 inklusive integriertem 5G Modem zum Einsatz. Diesen Chipsatz kennen wir bereits aus dem  Mate 30 Pro . Ihm stehen 8 GB RAM zur Seite. Der interne Speicher fällt mit 512 GB ebenfalls üppig aus. Der 4.500 mAh Akku kann mit bis zu 55 Watt aufgeladen werden, was einem neuen Rekord entspricht.  

© Huawei/Screenshot

Kamera

Bei der Kamera lässt sich das Mate Xs ebenfalls nicht lumpen. Es verfügt über eine Leica-Vierfachkamera. Der Hauptsensor löst mit 40 MP auf, die Tele-Linse bietet 8 MP und das Ultraweitwinkelobjektiv verfügt über eine Auflösung von 16 MP. Hinzu kommt ein Tiefensensor (Time of Flight, ToF) für den Bokeh-Effekt. Fotos und Videos werden zudem durch Künstliche-Intelligenz-Funktionen verbessert. Den maximalen Zoom gibt Huawei mit 45-facher Vergrößerung an. Zudem ist ein optischer Bildstabilisator an Bord.

© Huawei/Screenshot

Software

Über der Open-Source-Variante von Android 10 liegt Huaweis eigene Benutzeroberfläche Emui 10. Natürlich bietet das Falt-Smartphone auch eine Multi-Window-Funktion. So können mehrere Apps gleichzeitig laufen. Nutzer können sich also zum Beispiel links ein Video ansehen und rechts mit einem Freund chatten. Im Mittelpunkt der HMS steht die App Gallery. Um den Nutzern trotz fehlendem Play Store möglichst viele Apps zu bieten, wurde der offizielle Huawei App Store in den letzten Monaten ordentlich aufgerüstet. In der App Gallery sind derzeit über 2.000 internationale (Snapchat, TikTok, Amazon, etc.) und 400 nationale Anwendungen (Mobile-Pocket, Bergfex, Mjam, CityMaps2Go, etc.) verfügbar. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Games. Laut Huawei wächst das Angebot täglich weiter, da nationale und auch internationale App-Neuheiten laufend integriert würden.

© Huawei

Verfügbarkeit und Preis

Im Gegensatz zum Mate X kommt das neue Mate Xs auch in Europa auf den Markt. Kunden müssen für das 5G-fähige Falt-Smartphone jedoch sehr tief in die Tasche greifen. Huawei verlangt für das High-Ende-Gerät 2.499 Euro. Die Markteinführung ist für Sommer 2020 angekündigt.

© Huawei

Fazit

Wie gut sich die neuen Huawei-Smartphones künftig verkaufen werden, dürfte stark von den verfügbaren Apps abhängen. Sollten in der App Gallery US-Anwendungen wie WhatsApp, Facebook, etc. angeboten werden, dürfte einem Erfolg nicht allzu viel im Wege stehen. Die fehlenden Google-Dienste sind aber dennoch ein Handicap.   Der US-Gigant warnt sogar Nutzer davor , die fehlenden Apps und Dienste über Drittanbieter („Sideload“) zu installieren. Dies würde ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Bei bereits erhältlichen Huawei-Smartphones, die noch über die offizielle Google-Lizenz verfügen, gibt es hingegen keine Einschränkungen. Hier wurde die Frist für alle Updates unlängst  erneut verlängert .

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