Die irrsten Gadgets der Handy-Messe

Mobile World Congress

Die irrsten Gadgets der Handy-Messe

Hersteller statten u.a. immer mehr Geräte mit Internet-Zugang aus.

Beim Mobile World Congress 2015 (2. bis 5. März) in Barcelona stehen meist die Geräte der großen Hersteller im Rampenlicht. Daneben gibt es aber auch jede Menge zum Teil skurriler Gadgets zu sehen. Smartphones sind längst nicht mehr die einzigen Geräte mit Internet-Zugang: Auch Zahnbürsten, Armbänder und Glühbirnen funken ins Netz. Im Rahmen der weltgrößten Handy-Messe stellen viele Unternehmen ihre neuesten Gadgets vor. Während einige verspielt und manche nützlich sind, könnten andere düstere Vorstellungen von Allzeit-Überwachung auslösen.

Diashow: Fotos: Coole Gadgets vom MWC 2015

Kamera zum Umhängen
Die Kamera von Acumulus9 wird wie ein Anhänger an einer Kette getragen und nimmt automatisch Fotos und Videos der Umgebung auf. 15 Sensoren messen, wann das Licht vorteilhaft ist und ob sich Personen vor dem Objektiv bewegen. Im Livelogging-Modus wird automatisch alle paar Minuten ein Bild geknipst. "Zu Anfang werden wir uns an Eltern richten", die Fotos ihrer Kinder machen wollen, sagte Acumulus9-Chef Harold Liang. Die Daten der QindredCam werden auf die Rechner des Herstellers hochgeladen. Eine Verschlüsselung sei geplant, in den Testgeräten aber noch nicht vorhanden, sagte Liang. In Deutschland würde eine Kamera, die automatisch Fotos, Videos und Tonaufnahmen der umstehenden Menschen macht, vermutlich an rechtliche Grenzen stoßen.

Zahnbürste mit App
Sensor-gesteuerte Zahnbürsten gibt es bereits einige. Oral-B will seine Zahnbürste mit App nun noch stärker auf das Gebiss des Einzelnen einstimmen. Denn: "Personalisierung ist sehr wichtig für Nutzer", wie Laura Pacas von dem Mutterkonzern Procter & Gamble sagt. Mit elektrischer Zahnbürste und Smartphone können Nutzer sich beim Zähneputzen beaufsichtigen und auf "Reisen" schicken lassen - so nennt Oral-B die Serien von Putztipps, die beispielsweise zu weißeren Zähnen verhelfen sollen. In der App werden auch Wettervorhersage und Nachrichten eingeblendet, damit es morgens im Badezimmer nicht langweilig wird. Am Ende gibt es Sternchen in Form von Smileys, die man auf Facebook posten kann.

Modulares Smartphone
Das Project Ara nimmt Formen an. Die modularen Android-Smartphones könnten tatsächlich bald starten. So zeigt beispielsweise Yezz Mobile, wie einfach bestimmte Komponenten eines Smartphone austauschbar sind. Egal ob Chipsatzt oder Kamera - wer sein Gerät nach einiger Zeit aufrüsten möchte, muss sich nicht unbedingt ein neues Handy kaufen.

Virtual Reality Brillen
Auch bei 3D-Brillen für die Darstellung virtueller Realität formiert sich allmählich ein Markt. HTC steigt nach Absatzproblemen bei seinen Smartphones als nächster Player in das Geschäft ein. Die Brille HTC Vive soll bis Jahresende in den Handel kommen. Bei Samsung gab es ein neues Modell der Gear VR, bei der Samsung-Smartphones als Display dienen.

Mechanischer Diebstahlschutz
Gorilla Electronics stellt am MWC 2015 einen Diebstahlschutz fürs Smartphone und Tablets vor. Dieser funktioniert rein mechanisch und braucht keinerlei Zusatzsoftware (App, etc.). Man steckt das Gerät namens "Gorilla Mobile" einfach an sein Smartphone oder Tablet an und schon läuft das Alarmsystem. Sobald das Handy ohne Befugnis bewegt wird, schlägt das Gerät Alarm.

Den Kindern auf der Spur
"Amigo", Freund, heißt dieses Armband verspielt. Dieser Freund soll immer dabei sein, so stellt es sich Itai Spier vom Hersteller B-On Limited vor. Zielgruppe sind Eltern, die ihre Kinder mit den mit GPS ausgerüsteten Armbanduhren ausstatten sollen. Will ein Kind mit dem Armband einen vorher festgelegten Bereich verlassen, wissen die Eltern sofort Bescheid. "Wir bekommen eine Mitteilung, dass er die sichere Zone verlassen hat", sagte Spier. Weil das Armband auch Schritt-Sensoren eingebaut hat, können Eltern sogar sehen, ob ihr Kind über den Fußballplatz rennt oder in der Sonne sitzt. Für Spier ist das keine ständige Überwachung, im Gegenteil: "Wir erlauben den Eltern und Kindern mehr Freiheit."

Tasten für "alte" Finger
Am anderen Ende der Altersgruppen setzt die Firma Emporia an. Sie stellt ein Smartphone (emporiaSMART) für Menschen her, die sich mit Smartphones traditionell schwer tun: Senioren im Alter über 65. Das Gerät hat eine extra große Tastatur und läuft mit einer vereinfachten Version des Betriebssystems Android. Bestimmte Apps sind vorinstalliert, etwa WhatsApp für die schnellen Nachrichten. Ab Ende März soll das Smartphone zu haben sein. "Bei den Über-65-Jährigen haben 73 Prozent kein Smartphone, das ist ein großer Markt", sagt Karin Schaumberger von dem österreichischen Hersteller.

Glühbirne mit WLAN
Die Glühbirne von Sengled verbreitet nicht nur Licht, sondern auch Internet. Die Lampe fungiert als WLAN-Repeater, der das Signal des Routers in den Raum weitergibt. Andere Birnen der Firma haben eingebaute Lautsprecher, die über Bluetooth Musik abspielen können. Eine WLAN-Birne gibt es ab 50 Euro, die Doppelpackung der Lautsprecher kostet 120 Euro. "Wir wollen eine Million Stück verkaufen", sagt Unternehmenschef Richard He.

>>>Nachlesen: Smartwatches rocken die Handy-Messe

Diashow: Neue Smartwatches am MWC 2015

Die Smartphone-Hersteller wollen den Platz auf dem Handgelenk der Nutzer erobern. Beim Mobile World Congress 2015 (2. bis 5. März) in Barcelona trumpfen vor allem LG und Huawei auf.

LG startet seine Watch Urbane LTE mit einem runden Display und eigenem LTE-Modul aus.

Bei der Huawei Watch steht ebenfalls ein schickes Design im Mittelpunkt.

Beide Geräte kommen in unterschiedlichen Farben und laufen mit dem Google-Betriebssystem Android Wear.

Zur Ausstattung der LG Watch Urbane zählen ein Snapdragon 400 Quadcore-Prozessor (1,2 GHz), 1 GB RAM und 4 GB eMMC...

...ein 1,3 Zoll großes P-OLED-Display mit 320 x 320 Pixeln (245 ppi), WiFi 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0 LE sowie NFC. Der Akku bietet eine Kapazität von 700 mAh.

Huawei setzt auf ein 1,4-Zoll-AMOLED-Display, 512 MB RAM und 4 GB Speicher daher. Ein...

...300 mAh-Akku, Bluetooth 4.1, Gyroskop und Barometer sind ebenfalls mit an Bord.



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