Nach Comeback

"Die fressen unsere Babys": Schock-Aussagen von Xavier Naidoo

Der Mannheimer Sänger sorgt erneut für Schlagzeilen – und zwar nicht mit seiner Musik. Bei einer Demonstration in Berlin schockierte der 54-Jährige mit bizarren Behauptungen.

Es sollte ein Neuanfang werden. Nach seinem Rückzug und einer öffentlichen Entschuldigung im Jahr 2022 schien Xavier Naidoo auf dem Weg der Besserung zu sein. Doch nur wenige Wochen nach seinem Tour-Auftakt in Wien und der ersten neuen Single seit Jahren ist die Fassade offenbar wieder bröckelig. Bei einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt in Berlin schlug Naidoo Töne an, die stark an seine radikalsten Zeiten erinnern.

Xavier Naidoo
© TZOe Artner

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„Wir haben alle schon Menschen gefressen“

Was die Passanten und Reporter vor Ort zu hören bekamen, lässt viele fassungslos zurück. Mit Bezug auf die sogenannten „Epstein-Akten“ sprach Naidoo unverblümt von „Menschenfressern“. Doch damit nicht genug: In einem Video, das derzeit auf YouTube kursiert, behauptet der Sänger allen Ernstes: „Ich bin mir sicher, wir haben alle schon Menschenfleisch gegessen. Ja. Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Mensch gefressen.“

Diese Sätze fallen im Kontext von kruden Theorien über Kindesmissbrauch und rituelle Gewalt – Themen, die Naidoo bereits in der Vergangenheit mit der QAnon-Ideologie verknüpfte.

Warnung vor antisemitischen Chiffren

Experten zeigen sich alarmiert. Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, sieht in Naidoos Wortwahl eine gefährliche Radikalisierung. Begriffe wie „Kinderfresser“ seien keine harmlosen Übertreibungen, sondern bedienten jahrhundertealte antijüdische Verschwörungsmythen.

Antisemitisch

Da Naidoo seine früheren Anspielungen (wie etwa den Begriff „Tothschild“) nie glaubwürdig aufgearbeitet habe, werde seine Anhängerschaft diese neuen Aussagen erneut als Bestätigung antisemitischer Weltbilder lesen, so Blume.

Xavier Naidoo
© Harald Artner/TZ ÖSTERREICH

Die juristische Schlinge zieht sich zu

Trotz des musikalischen Comebacks im Dezember steht Naidoo rechtlich unter Druck. Am Landgericht Mannheim sind weiterhin Verfahren wegen Volksverhetzung anhängig. Es geht dabei um:

  • Holocaust-Leugnung: Inhalte, die über Telegram verbreitet wurden.
  • Antisemitische Hetze: Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit die Eröffnung eines Hauptverfahrens.
  • Verteidigung: Naidoos Anwälte bestreiten alle Vorwürfe und beteuern seine Unschuld.

Was bedeutet das für seine Karriere?

Nach der Entschuldigung vor zwei Jahren hofften Fans auf eine echte Läuterung. Die aktuellen Vorfälle werfen jedoch ein dunkles Licht auf sein erst kürzlich gefeiertes Comeback. Das Management des Sängers schweigt bislang zu den Entgleisungen in Berlin.

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