Biografie

Christina Applegate (54) packt aus: Missbrauch, Magersucht und Kampf gegen MS

Hinter der glamourösen Fassade der „Kelly Bundy“ verbarg sich eine von schwerem Missbrauch und Essstörungen gezeichnete Realität, über die Christina Applegate nun in ihren Memoiren schmerzhaft ehrlich berichtet. 

Die Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“ katapultierte die damals junge Christina Applegate Ende der 80er-Jahre in die Weltspitze der TV-Stars. Doch während das Publikum über die Figur der naiven „Dumpfbacke“ Kelly Bundy lachte, kämpfte die Darstellerin hinter den Kulissen gegen einen gnadenlosen Optimierungszwang. In ihren unlängst erschienenen Memoiren „You with the Sad Eyes“ gewährt die Schauspielerin nun beklemmende Einblicke in ihre langjährige Essstörung, die bereits vor dem Start der Serie ihren Anfang nahm.

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Inmitten des enormen Schlankheitsdrucks wurde die Rolle der Kelly von den Produzenten zunehmend als bloßes Lustobjekt inszeniert. Applegate erinnert sich an die quälenden Versuche, ihren Hunger zu kontrollieren: Wollte sie etwas essen, das ihr so „unglaublich Großes wie einen Bagel“ erschien, so höhlte sie diesen zunächst aus, um letztlich nur die Hälfte – „oder die Hälfte der Hälfte“ – zu konsumieren. Ein Teufelskreis aus strenger Askese und Sport bis zur völligen physischen Erschöpfung prägte jene Jahre. „Ich habe das Gefühl, ich habe mich selbst irgendwo verloren“, reflektiert sie heute mit Blick auf jene Zeit. 

 


 

Eine Biografie gezeichnet von Gewalt und Verlust

Die Schicksalsschläge in Applegates Leben beschränkten sich jedoch nicht auf den harten Arbeitsalltag in Hollywood. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren wurde sie Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Bekannten ihrer drogenabhängigen Mutter. Auch in späteren Jahren blieben ihr traumatische Erfahrungen nicht erspart; so berichtet sie von körperlicher Gewalt durch einen vormaligen Partner. 

 


 

Inmitten dieser privaten Hölle sah sie sich zudem gezwungen, die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch zu treffen. Den Kontrast zwischen ihrer öffentlichen Fassade und der privaten Realität beschreibt sie eindringlich: „Ich ging zur Arbeit, und es war lustig. Aber als ich nach Hause kam, war es nicht mehr lustig.“ 

Der unermüdliche Kampf gegen die MS

Ein versöhnlicher Ausklang scheint der Schauspielerin indes verwehrt zu bleiben. Seit der Bekanntgabe ihrer Multiplen Sklerose (MS) im Jahr 2021 ist die 54-Jährige auf Gehhilfen und einen Rollstuhl angewiesen. Ungeachtet dieser massiven gesundheitlichen Zäsur bewahrt sich Applegate ihre schonungslose Offenheit: „Mein Leben ist nicht mit einer Schleife verziert“, konstatiert sie in ihrem Buch. Trotz der physischen Einschränkungen kämpft sie tapfer weiter gegen die Widrigkeiten ihres Schicksals an.

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