Robert Herzl verlegt Handlung der Oper in die Zeit des spanischen Bürgerkriegs.
Eine Choreographie des spanischen Balletts mit feurigen Flamenco-Einlagen, bewegte Projektionen, raffinierte Kostüme und eine in den Steinbruch gebaute Stierkampfarena - all das erwartet die Besucher heuer bei den Opernfestspielen St. Margarethen, wenn ab 11. Juli erneut Georges Bizets "Carmen" am Programm steht. Die Neuinszenierung soll spektakulär werden, versprach Intendant Wolfgang Werner bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag in Wien: "Wir überraschen unser Publikum heuer mit eindrucksvollen Lichteffekten und optischen Illusionen, wie man sie in St. Margarethen bisher noch nicht erlebt hat."
Zum vierten Mal Carmen
Bereits zum dritten Mal wird "Carmen" gespielt, "wir haben uns nach vielfachem Publikumswunsch dazu entschlossen, es neu zu inszenieren", sagte Werner. Regisseur Robert Herzl verlegt die Handlung der Oper in die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs, in der "Carmen gerade noch emanzipiert sein kann", erläuterte er. Für ihn ist das Werk "ein Stück für Frauen" und in der Figur der Carmen sieht er ein Pendant zu Don Giovanni: "Sie ist immer auf der Suche nach der Erfüllung in der Liebe. Zu der ist sie aber nicht fähig. An dieser Unfähigkeit scheitert sie letztlich."
Die Besetzung
Die Rolle der Carmen verkörpert die Italienerin Tiziana Carraro alternierend mit Ramona Zaharia, Elisabeth Jansson und Ketevan Kemoklidze. Als Don Jose übernimmt Dimitrios Flemotosos alternierend mit Eric Fennel und Timothy Richards. Als Escamillo wird der Österreicher Josef Wagner abwechselnd mit Pavel Kudinov und Sebastian Holecek auf der Bühne stehen. Evelin Novak wird alternierend mit Cristina Pasaroiu und Cecilia Hjortsberg die Micaela singen. 31 Vorstellungen der Neuinszenierung sind derzeit geplant.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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