Kunstdrucke bezeugen die menschenfeindliche Gesinnung des Regimes.
Sie waren fester Bestandteil der Nazi-Propaganda und transportierten auch in fast unscheinbaren, kleinen Details die Ideologie der Diktatur: Eine Ausstellung im Stadtmuseum München zeigt von diesem Freitag an rund 100 Plakate aus der Nazi-Zeit, die vor allem in München, Hitlers "Hauptstadt der Bewegung", hergestellt und gedruckt wurden.
Gesinnung
Martialische, politische Plakate sind dabei, die keinen Zweifel an der menschenfeindlichen Gesinnung des Regimes lassen. Aber auch scheinbar harmlose Werbe- oder Faschingsplakate sind zu sehen, die erst auf den zweiten Blick Hinweise auf die Gesinnung dahinter geben. "Es erschien uns nicht sinnvoll, zwischen politischen und apolitischen Plakaten zu unterscheiden", sagte Thomas Weidner, einer der beiden Kuratoren. "Jedes einzelne Plakat ist Teil der Diktatur und zeigt die ideologische Durchdringung der Gesellschaft."
Hauptpropagandisten
Besonderes Augenmerk legten Weidner und sein Kollege Hennig Rader auch auf die Biografien der Plakatgrafiker wie Ludwig Hohlwein, Josef Plank oder Hans Schweitzer. Sie stellten fest: Nur wenige von ihnen hatten Probleme, ihren Beruf nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiter auszuüben. Schweitzer, den die Kuratoren als "Hauptpropagandisten der Nationalsozialisten" beschreiben, fertigte ihren Angaben zufolge in den 1950er Jahren Plakate für die Wiedervereinigung an - im Auftrag des Bundespresseamtes.
Alle Infos:
www.stadtmuseum-online.de
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
© APA/HERBERT P. OCZERET