Schloss Rothmühle

Nestroy-Rarität als Regenschlacht in Schwechat

"Die Zauberreise in die Ritterzeit" auf Schloss Rothmühle musste zur Pause leider wegen Regen abgebrochen werden

Manches war ungewohnt bei der Premiere der 53. Nestroy Spiele am Donnerstagabend auf Schloss Rothmühle in Rannersdorf bei Schwechat. Das Stück - "Die Zauberreise in die Ritterzeit" - mit seinen Allegorien ist eher Raimund verwandt, die Bühne wurde in die Mitte des Schlosshofs verlegt, und dem bunten Treiben war der Wettergott abhold. Zur Pause - nach immerhin fast zwei Stunden - wurde abgebrochen.

Manfred Stella, Paul Graf

Manfred Stella, Paul Graf

© Barbara Palffy

"Keinen Hochglanz-Nestroy im lustigen Biedermeiergewand" will Intendant Christian Graf auf die Bühne bringen. Das war auch nicht die Intention seines langjährigen Vorgängers Peter Gruber, der stets für bissig-zeitkritische Inszenierungen gesorgt hatte. Dieser Biss scheint Graf etwas abhanden gekommen zu sein, sein Ansatz wirkt vergleichsweise zahm.

Das liegt in diesem Fall wohl auch an der Stückwahl, denn die Zauberposse thematisiert die zeitlose Frage, ob denn früher alles besser war. Dass dem nicht so ist, illustriert Nestroy anhand eines Rückblicks in die romantisierte Ritterzeit. Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft messen sich miteinander.

Große Spiellust, kein Mangel an Pointen

Schloss Rothmühle

Schloss Rothmühle

© Jenny Koller

Das 28-köpfige Ensemble stürzt sich mit großer Spiellust ins klamaukige Geschehen. Dass dabei komödiantische Kapazunder wie Doyen Franz Steiner (seit 1974 mit dabei) wenig Gelegenheit haben, ihre Qualitäten gebührend auszuspielen, ist schade. Dennoch mangelt es natürlich nicht an Pointen, und Andrea Költringer hat sich eine Vielzahl an ansehnlichen Kostümen einfallen lassen.

Nach der Vorstellung am 12. Juli wird zur "Nachtwandler After Show Party" geladen. Von 1. bis 4. Juli finden zum 49. Mal die Internationalen Nestroy-Gespräche statt. Und für 2026 wird "Mein Freund" auf Schloss Rothmühle angekündigt.

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