Prozess-Krimi

Wanzen & Abhörskandale: Prinz Harry vor Gericht - gegen britische Medien-Riesen

Prinz Harry soll Berichten zufolge in der kommenden Woche bei seiner Klage gegen den Verlag der Boulevardzeitung "Daily Mail" als Zeuge vor Gericht aussagen. 

Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf einen vorläufigen Zeitplan des Verfahrens. Prozessauftakt in dem Zivilverfahren vor dem Londoner High Court ist am Montag. Insgesamt sind neun Wochen Verhandlungszeit angesetzt.

Der 41-jährige Royal ist Teil einer ganzen Gruppe von Prominenten, die den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) wegen angeblich illegalen Recherchemethoden verklagen. Dazu gehören unter anderem auch Popstar Elton John und dessen Mann David Furnish. Der Verlag weist die Vorwürfe allesamt zurück.

Prinz Harry, König Charles
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Wanzen in Wohnungen und Autos?

Den Klägern zufolge sollen Journalisten unter anderem Privatdetektive damit beauftragt haben, Wanzen in Wohnungen und Autos ihrer mutmaßlichen Opfer anzubringen, um Stoff für Schlagzeilen zu finden. Zudem sollen Telefongespräche abgehört und Krankenakten sowie Bankdaten unrechtmäßig eingesehen worden sein. All das soll sich in den Jahren 1993 bis 2011 abgespielt haben.

Prinz Harry in Kiew.

Prinz Harry in Kiew.

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Für Harry ist es bereits die dritte Klage dieser Art. Er klagte bereits erfolgreich gegen den Verlag des "Daily Mirror" und einigte sich auf einen Vergleich mit dem Verlag der "Sun". Im Prozess gegen den "Mirror-Verlag" saß er schon einmal im Zeugenstand - ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang für ein Mitglied der britischen Königsfamilie. Doch der Prinz, der sich 2020 aus dem inneren Kreis der Royals löste, führt seit Jahren einen regelrechten Kreuzzug gegen die "tabloid press", wie die Boulevardpresse in Großbritannien genannt wird. Er will eigenen Angaben zufolge zeigen, dass die illegalen Methoden System hatten.

Harry Charles
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2011 kam es zu einem regelrechten Skandal

Dass einige britische Boulevardjournalisten damals nicht vor illegalen Methoden zurückschreckten, ist unumstritten. Ziel von Abhör- und Bespitzelungsaktionen waren nicht nur Prominente, sondern auch Verbrechensopfer und deren Angehörige. Im Jahr 2011 kam es zu einem regelrechten Skandal um die Wochenzeitung "News of the World", die zum Medienimperium von US-Geschäftsmann Rupert Murdoch gehörte. Das Blatt wurde daraufhin eingestellt. Dass in ihrem Auftrag Prinz Harrys Telefon abgehört wurde, gestand der Verlag später ein.

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