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Sex-Skandal schockt Festspiele Erl: 'Wir brachen in Tränen aus'

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MeToo-Affäre: Fünf Künstlerinnen sind an die Öffentlichkeit gegangen.

Ins Rollen kam die Causa rund um Gustav Kuhn (72), den künstlerischen Leiter der Festspiele Erl, schon vor Monaten. Damals erhob der Tiroler Blogger Markus Wilhelm auf der Website dietiwag.org Vorwürfe und anonyme Anschuldigungen.

Von „modernem Sklaventum“, Lohn- und So­zialdumping, Lohnwucher, Scheinselbstständigkeit und Korruption war da die Rede. Und Kuhn wurde neben sexueller Nötigung und Vergewaltigung auch ein einschüchternder Führungsstil vorgeworfen. Festspielpräsident und Unternehmer Hans Peter Haselsteiner hielt zum Maestro. Dieser deckte Blogger Wilhelm mit Klagen ein, die Prozesse laufen zum Teil noch.

Betroffene: "Sind nicht angstfrei, aber mutig"

Jetzt gingen die weißrussische Violinistin Aliona Dargel, die deutsche Sopranistin Bettine Kampp, die italienische Violinistin Ninela Lamaj und die Schweizer Sopranistinnen Julia Oesch und Mona Somm an die Öffentlichkeit. „Wir sind nicht angstfrei, aber wir sind mutig.“ Vorwürfe: unerwünschtes Küssen auf Mund und Brüste, Begrapschen unter dem Pullover, Griff zwischen die Beine, obszöne Anmache. Julia Oesch: „Wir brachen in Tränen aus.“ Es hätte Mobbing, öffentliche Bloßstellung, Demütigung, Schikanen und Ausgrenzung gegeben.

© Getty Images
Gustav Kuhn

Kuhn wehrt sich gegen die schweren Vorwürfe: "Eine unwürdige Menschenjagd"

Kuhn wehrt sich

„Eine unwürdige Menschenjagd“, so Kuhn-Anwalt Michael Krüger zu ÖSTERREICH: „Eine permanente Verletzung der Unschuldsvermutung, die Vorwürfe werden sich als haltlos erweisen.“ Der Staatsanwalt ermittelt bereits, die Vorwürfe seien bekannt. Nun wird geprüft, ob sich weitere Verdachtsmomente ergeben (es gilt die Unschuldsvermutung). Präsident Haselsteiner will das Festspielende ab­warten, dann tätig werden: „Ich bin schockiert und überrascht.“ Man werde dem „mit Akribie nachgehen“.

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