Österreich ist Land der Frauen-Morde

Traurige Statistik

Österreich ist Land der Frauen-Morde

Nirgends werden im Verhältnis so viele Frauen Opfer von tödlichen Gewaltverbrechen.

Wien. Für Statistiker ist es nur eine Zahl: 33. Doch dahinter verbergen sich 33 ermordete Frauen, allesamt zwischen Jänner und November getötet, in über 90 Prozent der Fälle von ihren aktuellen und ehemaligen Partnern. Österreich ist wieder auf dem Weg zum traurigsten Land der Frauen-Morde innerhalb Europas.

Rahima R. (50) aus Wien ist das jüngste Opfer – eine fünffache Mutter, die in ihrer Wohnung an der Katharinengasse mutmaßlich von ihrem Ehemann Noor (62) mit zwei Messerstichen getötet wurde. Sie musste sterben, weil es finanzielle Probleme in der afghanischen Familie gegeben hatte und der Mann mit dem erst am 4. November geborenen Baby überfordert war. „Ich habe zugestochen, wollte sie aber nicht töten“: Mehr hat der 62-Jährige bislang nicht gesagt.

Ausländer-Anteil überproportional hoch

Den 33 weiblichen Gewaltopfern stehen heuer 19 ermordete Männer gegenüber. In keinem anderen EU-Land ist der Anteil von weiblichen Opfern von Tötungsdelikten so hoch. Nur in Norwegen und Slowenien werden ebenfalls mehr Frauen als Männer umgebracht, doch die Relationen sind viel geringer.

„Gewalt ist kein kulturelles Phänomen“, wiegeln staatliche Stellen ab. Doch ist das wirklich so? Bei sogenannten Femiziden – Morden an Frauen, eben weil sie Frauen sind – halten sich die Tätergruppen in etwa die Waage. Rund 50 Prozent der mutmaßlichen Mörder sind Ausländer, die Hälfte Inländer. Aber: Nur 16 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Ausländer, ihr Anteil an den Kapitalverbrechen ist demnach überproportional hoch.

Insgesamt ist die Zahl der Morde heuer etwas rückläufig. 2018 wurden 33 Frauen und 24 Männer getötet. Heuer bis Ende Oktober 32 Frauen und 19 Männer. „Ein Rückgang von rund zehn Prozent“, sagte Innenminister Wolfgang Peschorn kürzlich.

Doch bei den Frauen ist der Rückgang fast schon wieder aufgeholt, ihr Anteil nimmt im Vergleich zur Gesamtzahl also proportional weiter zu. Minister Peschorn konnte den jüngsten Fall noch nicht einrechnen – die Nummer 33, Rahima R. (50) aus Wien-Favoriten.

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