Ärzte streiken – Patienten leiden

Nur Notbetrieb

Ärzte streiken – Patienten leiden

Der Streit um die Arbeitszeiten spitzt sich zu: In Wien und Innsbruck streikten die Ärzte.

Abgesagte Operationen, geschlossene Ambulanzen, Zufahrtsstopp für die Rettung mit Akutfällen: Am Mittwoch stand das AKH, Österreichs größtes Spital, stundenlang still. 600 Ärzte trafen sich wegen des neuen Arbeitszeitgesetzes zu Betriebsversammlungen (EU erlaubt maximal 48 Wochenstunden, Ärzte fürchten Einkommensverluste, siehe Kasten rechts). Das Spital lief im Notbetrieb – auf Kosten der Patienten. „Wir wollen endlich ­Gerechtigkeit erfahren“, sagt Kinderchirurg Kurosh Paya zu ÖSTERREICH. „Die Stimmung ist nicht gut, die Ärzte sind besorgt“, so Thomas Szekeres, Chef der Wiener Ärztekammer. Den AKH-Ärzten wurden 20 Prozent mehr Gehalt ab 2016 angeboten, für 2015 gibt es keine Lösung – deshalb der Streik.

Diashow: Ärztestreik am AKH

Sigrid Pilz: "Nicht mit Not der Patienten Politik machen"
Das große Chaos blieb aus, Patientenanwältin Sigrid Pilz sagt trotzdem: „Der Streik dient nur Standesinteressen. Ich bitte sehr, nicht mit der Not der Patienten Politik zu machen – sie sind die verletzlichste Gruppe der Bevölkerung.“ Heute gehen die Verhandlungen weiter: Gewerkschaft und Ärztekammer beraten sich. Eine Lösung wird jedoch erst für Ostern angestrebt. AKH-Betriebsrat Martin Andreas: „Bei einer Nichteinigung schließe ich weitere Tage mit einem Notbetrieb im AKH nicht mehr aus.“

Auch an der Innsbrucker Uniklinik gab es am Mittwoch Versammlungen. Der Tenor: „Ohne gemeinsame Lösung für Wien, Graz und Innsbruck wird es nicht gehen.“

(prj)



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