Angst vor Terrorwelle in Europa

Anschlag auf Christkindlmarkt gestoppt

Angst vor Terrorwelle in Europa

Angst vor Anschlägen in der Adventzeit. Experten sehen eine große Gefahr.

Großeinsatz der Antiterroreinheiten: In mehreren deutschen Bundesländern rückten 500 schwer bewaffnete Beamte aus. Sechs IS-Mitglieder wurden festgenommen. Der besorgniserregende Verdacht: „Geplant war ein Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff“ – so die General-Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main.

Weihnachtsmarkt im Visier. Das potenzielle Ziel der Terroristen war der Weihnachtsmarkt in Essen – das haben laut Bild die Ermittler bei der Telefonüberwachung erfahren. Schlimme Erinnerungen werden wach: Vor einem Jahr raste ein Tunesier (24) mit einem Lkw im Namen des IS in den Adventmarkt vor der Berliner Gedächtniskirche. 12 Menschen starben.

Anschläge zur Adventzeit von Heimkehrern geplant

Experten warnen. Wir stehen vor einer sehr gefährlichen Phase, darin sind sich etliche Experten einig. Hintergrund: Die Terrormiliz ist im Irak und in Syrien quasi besiegt.

Gestern hielt der iranische Präsident Hassan Rouhani im TV eine Ansprache: „Ich gratuliere allen, die am Kampf gegen diese Gruppe beteiligt waren, die außer Mord, Bru­talität und Zerstörung nichts kannte.“ Auch Russlands Präsident Wladimir Putin und Syriens Machthaber Bashar al-Assad lobten einander für die Vertreibung der Terrorgruppe aus Syrien.

Die Folgen für Europa könnten schon bald sehr blutig werden, denn Kriegsheimkehrer schleppen den Terror zu uns: „Es gibt die Theorie, dass weiche Ziele in Europa angegriffen werden sollen, wenn der Erfolg im Krieg ausbleibt. Aus der strategischen Sicht der Terroristen ist das naheliegend und verständlich“, erklärt Nicolas Stockhammer, Terrorexperte der Uni Wien.

SP-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil kritisierte gestern, dass Österreich „relativ zeitverzögert“ beginne, Großveranstaltungen entsprechend zu sichern.

© Universität Wien

Experte Nicolas Stockhammer warnt: "Große Gefahr geht von Rückkehrern aus".

Experte: "Es ist davon auszugehen, dass hier etwas passiert"

Nicolas Stockhammer beschäftigt sich wissenschaftlich an der Uni Wien mit Terror.

ÖSTERREICH: Der IS ist in Syrien und im Irak besiegt – müssen wir jetzt mehr Angst vor Anschlägen in Europa haben?

Nicolas Stockhammer: Jetzt kommen vermehrt Heimkehrer aus dem Kriegsgebiet zurück nach Europa in ihre Heimatländer. Von ihnen geht eine sehr große Gefahr aus, da sie das Handwerk des Krieges und den Umgang mit Sprengmitteln und Waffen gelernt haben.

ÖSTERREICH: Es ist die Zeit der Christkindlmärkte: Reicht es aus, dass man Poller aufstellt, um uns zu schützen?

Stockhammer: Für das subjektive Sicherheitsgefühl ist das in Ordnung, aber natürlich ist das nicht ausreichend. Es wäre wahnwitzig zu glauben, dass Terroristen einfach nur ein Schema X wiederholen und sich nicht an veränderte Sicherheitsmaßnahmen anpassen.

ÖSTERREICH: … also mit einer Bombe hineinspazieren …

Stockhammer: Genau so etwas ist meine Befürchtung, dass sich die Jihadisten auf andere Szenarien verlegen und dann relativ einfach einen Anschlag durchführen könnten.

ÖSTERREICH: Wie gefährdet ist Österreich?

Stockhammer: Nach Paris, Brüssel, London sind wir in der zweiten Reihe. Aus meiner Sicht ist davon auszugehen, dass in Österreich irgendwann etwas passiert. Die Frage ist nur, wie bald.

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