Der Februar gilt in den Bauernregeln als ein besonders aussagekräftiger Monat.
Obwohl er der kürzeste im Jahr ist, schreiben ihm Landwirte seit Jahrhunderten eine große Bedeutung für den weiteren Verlauf von Wetter und Jahreszeiten zu. Viele dieser überlieferten Regeln spiegeln genaue Naturbeobachtungen wider und zeigen, wie stark der Februar als Übergangsmonat zwischen Winter und Frühling wahrgenommen wurde.
Bekannteste Regeln
- Eine bekannte Bauernregel besagt: „Ist der Februar trocken und kalt, kommt im März die Hitze bald.“ Sie deutet darauf hin, dass ein klarer, frostiger Februar oft einen raschen Temperaturanstieg im folgenden Monat ankündigt. Nach einem stabilen Winterwetter rechnete man also mit einem frühen und kräftigen Frühlingsbeginn.
- Ganz anders klingt die Warnung: „Wenn’s im Februar nicht schneit, schneit’s in der Osterzeit.“ Schnee im Februar galt demnach als eine Art Ausgleich – blieb er aus, musste man später im Jahr noch mit winterlichen Überraschungen rechnen. Besonders zur Osterzeit, die eigentlich schon frühlingshaft sein sollte, fürchteten Bauern späten Schneefall, der Felder und junge Pflanzen gefährden konnte.
- Auch der Nebel spielte in den Wetterdeutungen eine große Rolle. Die Regel „Nebel im Februar – Kälte das ganze Jahr“ zeigt, dass anhaltender Nebel als schlechtes Zeichen galt. Er wurde mit einem langen, kühlen Jahr in Verbindung gebracht, das den Anbau verzögern und Erträge schmälern konnte.
- Besonders eindringlich ist schließlich die Aussage: „Je nasser ist der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr.“ Ein regenreicher oder sehr feuchter Februar ließ demnach auf ein insgesamt niederschlagsreiches Jahr schließen. Für die Landwirtschaft konnte das sowohl Segen als auch Fluch sein – abhängig davon, ob die Böden das Wasser gut aufnehmen konnten oder Staunässe drohte.
Auch wenn moderne Meteorologie heute genauere Vorhersagen liefert, haben Bauernregeln ihren festen Platz im kulturellen Gedächtnis behalten. Sie erzählen von der engen Verbindung zwischen Mensch und Natur und davon, wie aufmerksam frühere Generationen das Wetter beobachteten – besonders im vielsagenden Monat Februar.