22 Mio. Leistungen

FPÖ-Wut über Spitals-Touristen: Das steckt hinter den Zahlen

Seit 2015 nahmen Flüchtlinge und Zuwanderer 22 Millionen medizinische Leistungen des österreichischen Gesundheitssystems in Anspruch. 

Das österreichische Gesundheitssystem leidet derzeit. Personalmangel, lange Wartezeiten und leer stehende Betten sind in den meisten Krankenhäusern schon längst normal. Die Zufriedenheit mit der heimischen Versorgungsqualität ist abgestürzt. 2014 waren noch 89 Prozent zufrieden. Heute sind es 78 Prozent.

Für die FPÖ sind "Spitals-Touristen" ein Grund für die Überlastung. Die Abgeordnete Katayun Pracher-Hilander hat eine Reihe parlamentarischer Anfragen an die SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann gestellt. Sie solle das Ausmaß offenlegen.

Knapp 22 Millionen Leistungen 

Dabei interessieren sich die Freiheitlichen nur für Staatsbürger aus den Ländern Indien, Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, der Türkei, generell afrikanischen Ländern sowie der Ukraine.

Offiziell erhielten zwischen 2015 und 2024 Flüchtlinge und Zuwanderer aus den gefragten Staaten 21.896.772 medizinische Leistungen. Der Höchstwert lag im Jahr 2019. Damals waren es rund 3,6 Millionen Leistungen. Danach pendelte sich die Zahl bei rund 1 bis 1,5 Millionen Fällen pro Jahr ein.

Unterschied zwischen Leistungen und Behandlungen

Die FPÖ fokussiert sich seit der Anfrage auf die "22 Millionen Behandlungen". Dabei gehen sie nicht darauf ein, was eine medizinische Leistung sei. Eine medizinische Leistung ist nicht mit einer Behandlung gleichzusetzen. Darunter werden sämtliche Einzelleistungen, die bei einem Arzt- oder Spitalbesuch anfallen, separat verrechnet.

Gegenüber "profil" erklärt das Gesundheitsministerium, dass Erstgespräche, Röntgen oder auch Laboruntersuchungen dazu zählen. Somit fallen während einer einzigen Behandlung eine ganze Reihe an Einzelleistungen an.

Nur 2,75 Prozent betrifft gefragte Gruppen

Im gefragten Zeitraum 2015 bis 2024 wurden rund 800 Millionen stationäre und ambulante Leistungen in den österreichischen Spitälern erbracht. Das erklärt die zuständige Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig im Gesundheitsausschuss gegenüber der blauen Antragstellerin. Für die gefragte Gruppe von der FPÖ beträgt dies somit nur 2,75 Prozent.

Knapp die Hälfte entfällt auf türkische Staatsangehörige. Genauer gesagt 9 Millionen Leistungen, gefolgt von Syrern (2,65 Millionen) und Afghanen (2,64 Millionen). Laut der Sozialdemokratin hat ein Großteil von ihnen in das Versicherungssystem einbezahlt. Von der Krankenkasse werden keine Schönheitsoperationen übernommen.

"Migration ist nicht der Hauptgrund"

Korinna Schumann antwortet: "Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht kann vorweg allgemein festgehalten werden, dass für jene Personen, die in Österreich krankenversichert sind bzw. einen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung besitzen, Leistungen im Rahmen der Krankenbehandlung durch den jeweils zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen werden."

Gesundheitsökonom Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS) betont gegenüber dem "profil": "Migration ist nicht der Hauptgrund für die Probleme im Gesundheitswesen. Aufgrund der Altersstruktur nehmen nicht-österreichische Staatsbürger:innen auch weniger in Anspruch als der Durchschnitt." Die meisten Leistungen entfielen auf die Labormedizin, wie etwa Check-ups und Therapiekontrollen.

FPÖ-Abgeordnete äußert sich

Auch der Bereich der plastischen Chirurgie ist gefragt. Jährlich wurden zwischen 3.000 und 5.600 Eingriffe verzeichnet. Türkische Staatsangehörige nahmen diese Leistung am häufigsten. Seit 2023 folgen knapp dahinter Menschen aus der Ukraine.

Gegenüber den Medien meint die FPÖ-Abgeordnete Pracher-Hilander: "Es ist absolut kein Wunder, wenn Österreicher ewig auf OP-Termine warten müssen, wenn eine Flut an Zuwanderern aus aller Herren Länder, die oft noch nie einen einzigen Cent in unser System eingezahlt haben, unser Gesundheitssystem blockiert."

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