Bis zu 20 Grad

Bauernregel: "Ist’s im Februar zu warm, …"

In weiten Teilen Österreichs wird es diese Woche bereits frühlingshaft warm. 

Nach dem Schnee-Chaos der vergangenen Woche hält nun der Frühling in Österreich Einkehr. Die Temperaturen steigen auf bis zu 20 Grad – und das im Februar. Glaubt man einer alten Bauernregel, dann könnte der Winter aber noch einmal ein Comeback geben.

Bauernregel warnt vor Winter-Comeback

Für die Landwirte früherer Generationen war ein zu milder Februar kein Grund zur Freude, sondern ein meteorologisches Warnsignal. Eine der wohl drastischsten und bekanntesten Regeln zu diesem Phänomen bringt es unmissverständlich auf den Punkt:

  • „Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm.“

Diese recht grafische Formulierung ist weit mehr als nur ein derber Bauernreim. Sie beschreibt die Angst vor der sogenannten „Kompensation“. Das Wetter neigt statistisch gesehen dazu, Extreme auszugleichen. Wenn der Spätwinter seine Arbeit nicht verrichtet, holt er sie oft dann nach, wenn wir sie am wenigsten gebrauchen können: im Frühjahr.

Das Problem ist nicht die Wärme an sich, sondern das, was sie mit der Natur macht. Ein milder Februar lockt die Säfte in die Bäume und lässt die Knospen schwellen. Wenn dann im April oder Mai – pünktlich zum Osterfest – die arktische Kaltluft doch noch einmal zuschlägt, erfriert die zarte Pracht. Für den Bauern bedeutete das früher den Verlust der gesamten Obsternte.

Was sagt die moderne Meteorologie?

Man könnte meinen, diese alten Sprüche seien heute, im Zeitalter des Klimawandels, hinfällig. Doch das stimmt nur bedingt. Zwar werden unsere Winter insgesamt milder, aber das Phänomen der „Spätfröste“ bleibt bestehen.Tatsächlich beobachten Meteorologen immer wieder, dass auf eine extrem milde Phase im Spätwinter oft eine Blockadelage folgt, die zu Ostern kalte Polarluft direkt nach Mitteleuropa schaufelt. Die Bauernregeln beschreiben also eine atmosphärische Erfahrungswirklichkeit, die auch heute noch für so manche rote Nase beim Ostereiersuchen sorgt.

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