132 FSME-Fälle sind im Vorjahr in Österreich stationär in Spitälern behandelt worden.
Das ist ein Rückgang im Vergleich zum starken FSME-Jahr 2024 mit 158 Fällen, berichtete der Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) am Donnerstag per Aussendung. Die Saison 2025 lag dabei im Rahmen der "typischen jährlichen Schwankungen", erläuterte das Zentrum für Virologie der MedUni Wien aktuell auf seiner Internetseite. Die meisten Fälle, nämlich 53, gab es mit Abstand in Oberösterreich.
Die jüngsten Fallzahlen der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis waren weit entfernt vom Rekordjahr 2020, in dem mehr als 200 stationäre FSME-Fälle registriert wurden, informierte der ÖVIH. Nicht geändert habe sich das Risiko für Menschen, die keinen Impfschutz haben. Insbesondere Personen über 50 Jahre sind häufiger und häufiger schwer von der Erkrankung betroffen, zeigen die Daten der jüngsten "Virusepidemiologischen Information" der MedUni Wien.
Auch Kinder und Jugendliche sind von FSME betroffen. 14,4 Prozent der stationär mit FSME behandelten Personen waren im Vorjahr unter 15 Jahre alt. Die jüngste erkrankte Person war laut MedUni ein 18 Tage altes Mädchen. "Die Zahlen zeigen, dass man das Impfen von Kindern nicht vernachlässigen kann. Auch sie können längerfristig unter den Folgen einer Erkrankung leiden, was durch eine Impfung - sie ist laut Impfplan ab dem ersten Lebensjahr möglich - gut verhindert werden kann", betonte die Infektiologin Ursula Hollenstein in der ÖVIH-Aussendung.
Ganz Österreich Endemiegebiet
Erst weit hinter den 53 Fällen in Oberösterreich folgen im Bundesländervergleich mit jeweils zwölf Fällen Niederösterreich, die Steiermark, Tirol und Vorarlberg. "Die Hotspots verschieben sich immer ein bisschen", erläuterte Hollenstein. "Das betrifft sowohl die regionale Verbreitung als auch die Höhenlagen. Nicht umsonst wird im Österreichischen Impfplan das ganze Land als Endemiegebiet eingestuft."
Außerdem entwickelt sich das FSME-Virus immer mehr zum Ganzjahres-Problem. 2025 wurde der erste Erkrankungsfall im April verzeichnet, der letzte im Dezember. "Je wärmer die Winter werden, desto häufiger werden wir zukünftig FSME-Erkrankungen sogar im Winter sehen", befürchtet Hollenstein. "Daher ist es sinnvoll, sich bereits im Winter die Auffrischungsimpfung zu holen und nicht zu warten, bis die Zecken so richtig aktiv sind."
Hälfte mit schweren Verläufen
Von den 124 Infizierten, bei denen Angaben über den Verlauf vorlagen, war die Hälfte schwer betroffen. Damit ist eine schwere Entzündung im Nervensystem gemeint, die nicht nur die Hirnhäute, sondern auch Gehirn, Rückenmark und/oder Nervenwurzeln betreffen kann. "Solche Erkrankungen können bei manchen noch lange negativ nachwirken - zum Beispiel in Form von Konzentrationsstörungen, geringerer Belastbarkeit oder Sensibilitätsstörungen", informierte Hollenstein. FSME-Todesfall gab es in den vergangenen zwei Jahren keinen in Österreich.
Die FSME-Impfung ist die beste Form der Vorbeugung. Auffrischungsimpfungen sind alle fünf Jahre, beziehungsweise bei Über-60-Jährigen alle drei Jahre vorgesehen. "Sobald eine versäumte Impfung nachgeholt wurde, ist man automatisch wieder im richtigen Intervall", betonte Hollenstein, eine Titer-Bestimmung sei nicht nötig. Neben der Impfung empfahl sie beispielsweise beim Wandern durch hohes Gras auch geschlossene Kleidung als Schutz vor Zecken.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0245-26, Format 88 x 86 mm)