Eisheiliger

Bauernregel: "Wenn’s an Pankratius friert, ..."

Pünktlich zu den Eisheiligen gibt es in Österreich einen Temperartursturz. 

Wenn Mitte Mai plötzlich noch einmal kalte Nächte, Bodenfrost und eisiger Wind auftreten, sprechen viele vom Phänomen der „Eisheiligen“. Seit Jahrhunderten ranken sich um diese Tage zahlreiche Bauernregeln, die vor allem Landwirte und Hobbygärtner bis heute ernst nehmen. Denn trotz frühlingshafter Temperaturen können die Eisheiligen noch einmal empfindliche Kälteeinbrüche bringen – mit Folgen für Pflanzen, Obstblüten und junge Gemüsesetzlinge.

Traditionell dauern die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai. Die einzelnen Tage sind nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie benannt.

Wer war Pankratius?

Am 12. Mai steht einer der prominentesten Vertreter dieser Riege im Kalender: der heilige Pankratius. Bevor er zum Namensgeber für nächtliche Bodenfröste wurde, war Pankratius ein junger Märtyrer der frühen Kirche. Mit gerade einmal 14 Jahren starb er im antiken Rom für seinen Glauben. In der Bauernregel-Tradition hat er jedoch sein jugendliches Image abgelegt und tritt eher als strenger „Frostwächter“ auf. Er ist der zweite im Bunde der Eisheiligen (nach Mamertus am 11. Mai) und markiert oft den kritischen Punkt im Mai-Wetter.

Die bekanntesten Bauernregeln zum 12. Mai

Die Volksweisheiten rund um Pankratius sind so klar wie eine frostige Mainacht. Sie dienen seit Jahrhunderten als Orientierungshilfe für die Landwirtschaft:

  • Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.“ Dies ist die wohl direkteste Warnung. Ein Frost in dieser Nacht kann die jungen Triebe, die gerade erst mühsam aus der Erde gekommen sind, nachhaltig schädigen.
  • „Pankratz und Servatz (13. Mai) sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, das schlagen sie nieder.“ Hier wird die zerstörerische Kraft der späten Kälteeinbrüche betont, die oft im Doppelpack auftreten.
  • „Ist Sankt Pankratius schön, wird man viel Wein noch sehn.“ Nicht alles ist düster: Bleibt es mild und sonnig, verspricht das eine reiche Ernte, besonders für die Winzer.

Meteorologie vs. Mythos: Was ist dran?

Man könnte meinen, diese Regeln seien veralteter Aberglaube, doch sie haben einen realen meteorologischen Kern. Fachleute sprechen von einer Singularität – einem Witterungsregelfall.

Anfang bis Mitte Mai strömen oft noch einmal polare Kaltluftmassen nach Mitteleuropa. Da das Festland bereits aufgeheizt ist, das Meer aber noch kalt, entstehen Druckunterschiede, die diese „Eisrückfälle“ begünstigen.

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