Buch über Inzest-Fritzl

Salzburger Verlag

Buch über Inzest-Fritzl

In Frankreich Bestseller - Buch im Herbst bei uns.

Der Salzburger Ecowin-Verlag bringt Régis Jauffrets Roman-Aufreger „Claustria“ über den Inzest-Fall Josef Fritzl. Hier einige verstörende Passagen ...

Aufreger
Kein Buch erregt derzeit größeres Aufsehen als Régis Jauffrets Claustria – der Roman über den Amstettener „Inzestfall Josef Fritzl“. Jauffret, der den Prozess vor Ort mitverfolgt hat, vergleicht in seinem Bestseller das Schicksal der 24 Jahre lang im Keller eingesperrten Fritzl-Tochter und ihrer Kinder mit Platons „Höhlengleichnis“: Die unterirdisch Gefangenen erleben die Realität nur in Form „menschlicher Schatten“ – im Fall der Fritzl-Opfer als Fernsehbilder.

So schildert Jauffret, wie der Inzest-Vater, hinter der Panzertür verborgen, seine Enkelkinder im Keller belauscht und sich über ihr Fernseh-Sprech-Kauderwelsch auslässt, „das sie sich zufällig aus amerikanischen, französischen oder asiatischen Filmen herausgefischt hatten“.

Eine Art „Esperanto“, wie Fritzl spöttisch feststellt. Besonders erschreckend sind die Roman-Passagen, in denen Fritzl nicht nur lauscht, sondern im Keller präsent ist: Weihnachten 1994. Der Inzest-Vater war schon lange nicht im Verlies. „Im Keller herrschte seit Tagen Hungersnot. Das Fernsehen brachte Bilder von Spanferkeln, man sah Küchenchefs das Weihnachtsmahl zubereiten.“ Fritzls Tochter beruhigte ihre Kinder mit dem AntiDepressivum Theralene.

„Er knallte ihr seine Faust ins Gesicht“
Als Fritzl dann wieder erscheint, alarmiert ihn die Tochter: „Martin ist seit acht Tagen krank. Er schläft die ganze Zeit. Ich glaube, dass er sterben wird. – Du musst ihm nur ein Aspirin geben. – Es gibt keines mehr. – Krieg’ dich wieder ein (...) Er hob den Kopf und knallte ihr seine Faust ins Gesicht: Ihr seid alle Schwuchteln (...) Er schüttelte Martin (...) Er ließ ihn zu Boden fallen, sein Kopf machte ein dumpfes Geräusch, als er am Boden aufschlug.“

Salzburger Verlag gelang echter Coup

  • Der Coup: Dem Salzburger Ecowin Verlag gelang es, die deutschsprachigen Rechte an Régis Jauffrets Bestseller Claustria, dem französischen Roman über den schockierenden Amstettener „Inzest-Fall Josef F“, zu ergattern.
  • Der Wettstreit: Wie Ecowin-Verleger Hannes Steiner berichtet, gab’s einen „Wettstreit um das Buch mit zwanzig weiteren deutschsprachigen Verlagen“ – doch Jauffret entschied sich für Ecowin.
  • Der Countdown: „Wir werden das Buch über den Sommer sehr sorgfältig übersetzen“, avisiert der Salzburger Verleger. Als Erscheinungstermin wird der Herbst 2012 angepeilt.
  • Die Kritiken: Die französischen Kritiker lobten Claustria als „literarisches Meisterwerk“, das ob seines „fieberhaften“ Erzählstils jeden Leser „mitreißen“ würde.

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