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Stefan Ottrubay gegen Etserházy

Machtkampf um das Esterházy-Vermögen

Mit Schlössern und Grundbesitz zählen die Esterházys zu den Reichsten im Land.

Eisenstadt. Die Esterházys sind der größte Grundbesitzer im Burgenland. Auf 1,4 Milliarden Euro wird ihr Vermögen geschätzt. Nicht inkludiert: Schloss Ester­házy in Eisenstadt oder die Burg Forchtenstein. 2017 betrug der Umsatz der Unternehmen 53 Mio. Euro.

Streit. Die Familie hat aber keine Kontrolle mehr über ihr Vermögen. Seit 2002 verwaltet Stefan ­Ottrubay die zahlreichen Stiftungen der Ester­házys. Er wurde von seiner Tante Melinda Esterházy dafür eingesetzt. Familienmitglieder bekommen nur regelmäßige „Apanagen“.

 

Knalleffekt im Entführungskrimi

Knalleffekt im Entführungskrimi um die Mutter von Manager Stefan Ottrubay, Verwalter der Esterházy-Milliarden. Das vermeintliche Entführungsopfer Magdolna Ottrubay (88) wurde nicht gekidnappt, sie sitzt bei ihrer Tochter Elisabeth András-Ottrubay in Kitzbühel.

Der mysteriöse Krimi wirft ein Schlaglicht auf ein Drama, das sich rund um die alteingesessene Adelsfamilie abspielt, deren Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert reichen: die Fehde zwischen den Esterházys und dem Chef ihrer Familienstiftung, Stefan Ottrubay.

Die Fakten: Am Dienstag gibt es Entführungsalarm in Eisenstadt. Die Pflegerin von Magdolna Ottrubay gibt bei der Polizei an, sie sei mit ihrem Schützling spazieren gegangen, als zwei schwarze Fahrzeuge anhielten. Mehrere Personen hätten die betagte Dame in eines der Autos gedrängt und seien davongefahren.

Stunden nach dem Vorfall, es läuft bereits eine interna­tionale Fahndung, taucht die Tochter in Kitzbühel bei der Polizei auf. Sie gibt zu Protokoll, ihre Mutter wolle ihren Lebensabend in der Schweiz verbringen, sie habe sie nur abgeholt. Die 88-Jährige bestätigte die Angaben ihrer Tochter. Die Staatsanwaltschaft leitet aber Ermittlungen wegen Nötigung und Freiheitsentzug ein.

Video zum Thema: Mutter von Esterházy-Chef wieder aufgetaucht
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Angespannte Beziehungen zwischen Esterházys und Ottrubays

In der Familie Esterházy ist man empört. „Ich kann mir vorstellen, dass das eine Intrige innerhalb der Familie Ottrubay ist. Möglich, dass die Tochter die Mutter entführt hat, um Druck auf den Bruder auszuüben, um finanzielle Vorteile herauszuholen“, sagt Norbert van Handel, ein Freund der Esterházys, zu ÖSTERREICH. Der Streit zwischen Esterházy und Ottrubay tobt seit Jahren (siehe unten). Ottrubay ist ein Neffe der früheren, 2014 verstorbenen Fürstin Melinda Esterházy und wurde von ihr 2002 mit der Verwaltung der Betriebe und des Vermögens betraut. Seither wirft ihm die Familie vor, Ottrubay hätte sie hinausgedrängt und alles an sich gerissen, ihr den Zugriff auf das Vermögen verwehrt.

In Deutschland wohnende Esterházys behaupten sogar, Ottrubay hätte die frühere Fürstin Melinda buchstäblich vor ihnen weggesperrt und jeden Kontakt mit ihr unterbunden. Genau darauf spielt das aktuelle Familienoberhaupt der Esterházys, Paul Anton Ester­házy, an, wenn er in seiner Stellungnahme, in der er sich von Stefan Ottrubay distanziert, sarkastisch anmerkt: „Wir integrieren betagte Damen gerne in den Familienverband – was uns hinsichtlich Melinda Esterházy damals durch sehr unübliche Maßnahmen verunmöglicht wurde.“

 

Machtkampf um das Esterházy-Vermögen

Die Esterházys sind der größte Grundbesitzer im Burgenland. Auf 1,4 Milliarden Euro wird ihr Vermögen geschätzt. Nicht inkludiert: Schloss Ester­házy in Eisenstadt oder die Burg Forchtenstein. 2017 betrug der Umsatz der Unternehmen 53 Mio. Euro.

Streit. Die Familie hat aber keine Kontrolle mehr über ihr Vermögen. Seit 2002 verwaltet Stefan ­Ottrubay die zahlreichen Stiftungen der Ester­házys. Er wurde von seiner Tante Melinda Esterházy dafür eingesetzt. Familienmitglieder bekommen nur regelmäßige „Apanagen“.

 

Paul Anton Esterházy: "Wir pflegen andere Umgangsformen"

Die Stellungnahme des Familienoberhaupts der Esterházys, Paul VI. Anton Esterházy de Galántha (33), fällt aristokratisch und pointiert aus: „Als Sprecher der fürstlichen Familie Esterházy lege ich Wert auf die Feststellung, dass auch dieser von den Behörden zu überprüfende Fall mit der Familie Esterházy NICHTS zu tun hat, und wir bitten insbesondere auch die Me­dien, die Familien Ottrubay und Esterházy zu unterscheiden. Wir pflegen gänzlich andere Umgangsformen – besonders mit betagten Damen, die wir gerne in den großen Familienverband integrieren – was uns übrigens hinsichtlich Melinda Esterházy schon damals durch sehr unübliche Maßnahmen verunmöglicht wurde.“

Video zum Thema: Esterházy: Eine fürstliche Familie
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Norbert van Handel, Esterházy-Freund: "Möglicherweise finanzielle Vorteile"

ÖSTERREICH: Was kann vorgefallen sein?

Norbert van Handel: Ich kann mir vorstellen, dass es eine Intrige innerhalb der Familie Ottrubay ist. Ich glaube, dass die Esterhazys damit nichts zu tun haben. Sie hätten nichts davon.

ÖSTERREICH: Aber warum sollte eine Ottrubay-Tochter ihre eigene Mutter gegen ihren Willen mitnehmen?

Van Handel: Es wäre zum Beispiel möglich, dass die Tochter die Mutter entführt um einen Druck auf den Bruder (Stefan Ottrubay, Anm.) auszuüben, dass der möglicherweise irgendwelche finanzielle Vorteile für sie hergibt.

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