Überfall: Beute für Afrika-Hilfe

Coup aus Nächstenliebe?

Überfall: Beute für Afrika-Hilfe

Für Sozialprojekt in Afrika will Räuber-Duo Geldtransporter überfallen haben.

Der spektakuläre Coup ging einen Tag vor Weihnachten in der Alserbachstraße in Wien über die mitternächtliche Bühne: Als die Loomis-Mitarbeiter in eine dortige Bank kamen, um Bargeld in die Bankomaten zu füllen, standen ihnen im Foyer zwei vermummte und mit Pistolen bewaffnete Täter gegenüber.

Ein Gangster war auffallend zierlich und auf den zweiten Blick unschwer als Frau auszumachen – die sich überdies sehr gut mit den Tresoren im gepanzerten Fahrzeug auskannte. Laien oder Zufallstäter können die Mehr-Kammern-Systeme jedenfalls kaum ohne Sprengstoff knacken – und für diese beiden Gangster war es ein Kinderspiel. Sie erbeuteten mehr als 750.000 Euro.

Die Fahnder unter Chefermittler Robert Klug nahmen deshalb von Anfang an alle (Ex-)Mitarbeiter unter die Lupe – und konnten als Erstes Tamara S. ausforschen.

Verdächtige wollte mit Geld Neustart für Arme
Die 34-Jährige, die im Frühjahr bei Loomis einvernehmlich gekündigt hatte, redete sich zunächst darauf aus, erpresst worden zu sein und deshalb mitgemacht zu haben. Weil ihr die Kriminalisten nicht glaubten, rückte der Biker-Typ mit der nächsten Story samt Haupttäter und Motiv heraus:

Demnach habe ein gewisser Gabriel E. (49) aus Kärnten, freier Mitarbeiter bei Loomis, mit ihr den Überfall von langer Hand geplant, weil sie mit der Beute ein Hilfsprojekt für Afrika gründen wollten. Das Geld hatte der zweite Verdächtige (für den ebenfalls die Unschuldsvermutung gilt) im Haus seiner ahnungslosen Schwiegereltern am Millstätter See versteckt. Fast das ganze Geld ist noch vorhanden – ob die Geschichte mit Afrika stimmt, mag der Richter bei der Strafbemessung entscheiden.

(kor)

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