Dubai-Arzt wieder in Österreich

Erleichterung

Dubai-Arzt wieder in Österreich

Der Intensivmediziner ist am Mittwoch Früh in Wien gelandet.

Der in Dubai wegen Mordes angeklagte Intensivmediziner Eugen Adelsmayr ist zurück in Österreich. Er landete am Mittwoch um 5.37 Uhr am Flughafen Wien-Schwechat. Kurze Zeit später flog er weiter nach Salzburg, wo er bereits von seinem Sohn erwartet wurde. "Ich bin aber trotz aller Erleichterung über die Rückkehr in keiner Jubelstimmung. Das Problem in Dubai ist noch nicht gelöst", sagte Eugen Adelsmayr in Schwechat. Er wird für den Tod eines gelähmten Patienten verantwortlich gemacht.



Schwer kranke Frau
Das bisher letzte Mal war Adelsmayr zu Weihnachten 2009 in Österreich. Dass er jetzt aus humanitären Gründen aus Dubai ausreisen durfte, kam für ihn überraschend. "Ganz realisiert habe ich das noch nicht, das wird noch ein paar Tage dauern", sagte der 52-Jährige. Grund für die Heimkehr ist eine vorübergehende Ausreiseerlaubnis aufgrund der schwierigen humanitären Situation des Oberösterreichers. Seine Frau ist schwer krank, am Dienstag wurde sie wieder ins Krankenhaus einliefert.

"Ich werde jetzt zuerst nach Hause fahren und dann gleich weiter zu meiner Frau", sagte Adelsmayr nach seiner Ankunft in Salzburg. Die kommenden Tage möchte er in Ruhe mit seiner Familie verbringen, den Prozess in Dubai dabei "so weit wie möglich ausblenden".

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Dubai-Arzt ist wieder in Österreich

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    Rückkehr nach Dubai fix
    Bei seiner Rückkehr wurde er von Dutzenden Journalisten empfangen. "Ich frage mich, womit ich das verdient habe, ich habe nichts geleistet. Geleistet haben die etwas, die mich herausgeholt haben", sagte der Mediziner. Adelsmayr bestätigte, dass er zum nächsten Prozesstermin am 16. Oktober nach Dubai zurückkehren werde. "Aufgeben liegt mir nicht", sagte der 52-Jährige. "Es ist keine verlockende Zukunftsperspektive, von Interpol als Mordverdächtiger verfolgt zu werden."

    Metropole in anderem Licht
    Für Adelsmayr hat sich durch den Prozess seine "Einstellung zum ganzen Land" geändert. Seit sechs Jahren lebt und arbeitet der 52-Jährige in Dubai. Arabische Freunde würden sich für dieses Verfahren schämen, sagte er. Glitzer und Prunk der Metropole Dubai würden durch so eine Negativerfahrung ihre Strahlkraft verlieren. "Wenn man hinter die Kulissen blickt, sieht die Welt in Dubai düster aus."

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    Adelsmayr im Interview: "Frau musste akut ins Spital"

    Interview vor der Heimreise. Adelsmayr über Rückkehr, Prozess, seine kranke Frau.

    ÖSTERREICH: Mit welchen Gefühlen verlassen Sie Dubai?
    Eugen Adelsmayr: Ich kann das alles noch gar nicht wirklich realisieren. Ich freue mich wahnsinnig, aber andererseits weiß ich, dass das alles hier weitergeht. Dass mein Prozess hier noch lange dauern wird. ÖSTERREICH: Wie fühlt es sich an, endlich wieder einen Reisepass in Händen zu halten?
    Adelsmayr: (lacht) Den habe ich mir heute wirklich sehr lange und sehr genau angesehen. Ein schönes Gefühl, das ich viele Jahrzehnte für etwas ganz Normales gehalten habe.
    ÖSTERREICH: Wann haben Sie eigentlich erfahren, dass die Ausreise fix ist?
    Adelsmayr: Am Dienstag, kurz vor 12 Uhr unserer Zeit (kurz vor 10 Uhr in Österreich, Anm.).
    ÖSTERREICH: Haben Sie auch Ihre beiden Söhne zu Hause informiert?
    Adelsmayr: Ja, natürlich. Sie waren hin und weg und freuen sich natürlich sehr. Leider ist meine Frau wieder akut für eine Bestrahlung ins Spital eingeliefert worden, daher sind wir nicht zu Hause, wie ich es mir so sehr gewünscht hätte.
    ÖSTERREICH: Ihrer Frau geht es also wieder schlechter?
    Adelsmayr: Ja, leider. Ich dachte mir, dass wir zumindest die ersten 24 Stunden meiner Rückkehr alle gemeinsam einfach in der Familie zu Hause sein könnten, aber es ist eben, wie es ist.
    ÖSTERREICH: Wie lange haben Sie eigentlich nun Ihre Familie nicht mehr gesehen?
    Adelsmayr: Zuletzt zu Weihnachten 2009, seither nicht mehr.
    ÖSTERREICH: Bereuen Sie es, damals für einen guten Job nach Dubai gegangen zu sein?
    Adelsmayr: Nein. Alles hat einen Sinn, auch wenn man ihn nicht versteht auf Anhieb.

    Interview: B. Haas

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