Pornoprofessor

Gangster mit Moral

Einbrecher wollten Porno-Professor töten

Selbst Einbrecher haben Moral. Allerdings bringt auch die vor Gericht.

Die Vorgeschichte: Im vergangenen Juli stiegen die beiden Polen Zezislaw K. (58) und Marek St. (45) ins Haus des Grazer TU-Professors Jörg A. (45) ein. Die Täter erbeuteten Schmuck, Computer und Festplatten im Wert von 17.000 Euro. Und als sie die Daten sichteten, entdeckten die Gangster Entsetzliches: Der Akademiker hatte 50.000 Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen.

Komplott

Die geschockten Einbrecher beschlossen, den Pädophilen für seine Neigung doppelt zu bestrafen. Erst sollte er brennen, indem sie von ihm 200.000 Euro erpressten. Dann sollte er in Flammen aufgehen. Bei einem weiteren Einbruch wollten sie Jörg A. mit einer Hacke erschlagen und anzünden.

Festnahmen
Für den ersten Teil des Planes holten die Polen einen Landesmann ins Boot, weil der als einziger Deutsch konnte: Kfz-Mechaniker Marek B. schickte eine Erpresser-SMS an den Hochschullehrer – aber die landete am Handy seiner Frau. Die Gemahlin schaltete die Kripo ein. Resultat: Marek B. und Zezislaw K. wurden verhaftet, ihrem Komplizen gelang die Flucht (die Hacke für das Attentat hatte er bereits gekauft). Professor Jörg A. flog sofort von der TU.

Die Strafen
Beim Prozess am Donnerstag war Staatsanwalt Hansjörg Bacher überzeugt: „Wären die Angeklagten nicht vorher ausgeforscht worden, hätten sie Jörg. A. umgebracht.“
Mitläufer Marek B. beteuerte, die Landsleute hätten ihn zu der SMS gezwungen („Sonst wird es meine Familie bereuen“). Richter Erik Nauta glaubte ihm: ein Jahr Haft (plus zwei Jahre bedingt). Profi-Gangster Zezislaw K. (mehrfach vorbestraft) fasste zehn Jahre für den Einbruch, die Erpressung und das Komplott aus. Nicht rechtskräftig.



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