Online-Date getötet

Facebook-Mord: Femizid nach Muskel-Doping

Nach den Ermittlungen zumm schrecklichen Frauenmord an einer jungen Sekretärin in Kottingbrunn wurde über den Tatverdächtigen, der ihr aufgrund einer angeblichen "tiefen Kränkung" in den Kopf geschossen hat, die U-Haft verhängt. Handelte der 27-Jährige aus "Steroid-Wut"?

NÖ. Niemand kann sich die Schmerzen und die Trauer dieser Eltern vorstellen: Katharina, die einzige Tochter eines kroatischen Paares, das in derselben Wohnhausanlage wohnt(e) wie die 28-Jährige, die zu Christi Himmelfahrt - Mutter und Vater waren vom Urlaub gerade heimgekommen - nicht erreichbar war. Und niemand öffnete bei ihr die Tür. Mit einem Zweitschlüssel verschafften sich die beiden Zutritt und stießen auf das pure Grauen. Katharina lag in einer riesigen Blutlache am Bauch tot um Bett. Eine Welt brach zusammen - doch warum, das war anfangs völlig unklar.

Wie oe24 berichtete, ergab erst die Obduktion, dass hier ein Verbrechen vorlag - neuesten Infos zufolge soll die Bluttat an der Angestellten an einer Wiener Volksschule - in der Nacht auf den 14. Mai geschehen sein, der Frau war mit einer Kleinkaliberwaffe dreimal in den Kopf geschossen worden. Kaum war die schreckliche Nachricht bekannt, kam auch schon die nächste Meldung, wonach der Tatverdächtige, ein 28-jähriger Bau- und Erdaushubunternehmer mit mäßig gehenden Geschäften, der sich mehr auf TikTok und Facebook aufhielt und dort großteils KI-generiert den großen Zampano präsentierte - diese Woche verhaftet worden sei. Wie der Biker und Supercar-Bewunderer, der aufgrund seiner Telefonate und der ausschweifenden Kommunikation via sozialer Medien mit dem Opfer ausgeforscht worden war, in einem weinerlichen Geständnis aussagte, habe er seine Online-Freundin nach einer gemeinsam verbrachten Nacht aus einer "tiefen Kränkung" heraus umgebracht, weil sie ihm - so seine Worte - unverblümt gesagt habe, dass er ein schlechter Lover (gewesen) sei.

Kottingbrunn

Junge Frau wurde tot in Unterkunft in dieser Wohnhausanlage aufgefunden.

© MONATSREVUE

Dazu muss man wissen, dass der junge Mann, der am Unterarm noch immer den Namen seiner Ex-Freundin tätowiert hat und der verbissen auf der Suche nach einer neuen großen Liebe war, in der jüngsten Zeit eine erstaunliche Verwandlung vom Pummelchen mit dem Teenie-Gesicht zum muskeldefinierten Hardbody durchlaufen hatte. Der Verdacht, dem sicher auch bei der psychiatrischen Untersuchung nachgegangen wird: Christian F. könnte, um zu wachsen, zu viel Anabolika und Steroide eingeworfen haben. Der übertriebene Konsum in hohen Dosen kann das hormonelle Gleichgewicht und das zentrale Nervensystem stören - Hoden, Penis und Sexualität schrumpfen. Zusammen mit psychischem Stress oder Reizbarkeit kann dies zu extremem Kontrollverlust führen. Es gibt sogar einen Namen dafür: "Roid Rage" (Steroid-Wut). 

Das erste Posting auf Facebook am Tag nach der mutmaßlichen Bluttat ist jedenfalls der Mordverdächtige im Fitnessstudio im Bodybuilder-Outfit mit der im Nachhinein betrachtet unfassbaren Feststellung: "Guter Start in den Tag".

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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