Steirer verhaftet!

Sekretärin erschossen - Killer über Facebook kennengelernt

Die 27-Jährige Katharina E. wurde tot in ihrer Wohnung in Kottingbrunn aufgefunden. Ihre Eltern stießen auf die Leiche, wobei zunächst nicht klar war, was passiert ist. Jetzt wurde bekannt: Es war Mord. Der Täter: ein Facebook-Freund, der "tief gekränkt die Kontrolle über sich verloren hat".


NÖ. Nach dem Fund einer toten 27-Jährigen am 14. Mai in ihrer Wohnung in Kottingbrunn (Bezirk Baden) hat das Landeskriminalamt Niederösterreich Ermittlungen wegen Mordverdachts aufgenommen. Die Frau war zu Christi Himmelfahrt von ihren Eltern entdeckt worden. Aufgrund unklarer Umstände wurde eine Obduktion durchgeführt. Diese habe einen Kopfschuss als Todesursache ergeben, bestätigte Stefan Pfandler, Leiter des Landeskriminalamts Derzeit laufen Umfelderhebungen bzw. bestätigte nun auch Anwalt Manfred Arbacher-Stöger, dass sein Mandant, ein junger Steirer (27)in der Causa verhaftet wurde. Motiv: tiefe Kränkung nach einem Treffen der beiden, die sich über Facebook kennengelernt haben und sich zu einem One-Night-Stand verabredet haben sollen, was nicht nach seinen Vorstellungen verlief. Der Sportschütze fuhr daraufhin nach Hause, holte eine kleinkalibrige Pistole, raste zurück und tötete die Sekretärin, weil sie ihm unverblümt gesagt haben soll, dass er ein schlechter Lover sei.

Der Mann zeigte sich laut seinem Rechtsanwalt Manfred Arbacher-Stöger "umfassend geständig", das Opfer umgebracht zu haben. Der Verdächtige aus dem Bezirk Leibnitz soll im Laufe des Tages  in die Justizanstalt Wiener Neustadt überstellt werden. 

Kottingbrunn
© MONATSREVUE/Thomas Lenger

Anwalt Manfred Arbacher-Stöger vertritt den  mutmaßlichen Täter.

Anwalt Manfred Arbacher-Stöger vertritt den  mutmaßlichen Täter.

© oe24

Drei Schüsse mit Kleinkaliber-Pistole in den Kopf

Die Schüsse hat im Haus an der Vöslauer Straße nahe der Südautobahn niemand mitbekommen. Die Eltern hatten danach mehrere Tage lang erfolglos versucht, ihre Tochter - die an einer Volksschule in Wien arbeitete - zu erreichen. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub fuhren sie am 14. Mai zur Wohnung der Frau und sperrten die Tür mit einem Zweitschlüssel auf. Im Inneren entdeckten sie die leblose 27-Jährige tot im Bett liegend.  Die verzweifelten Schreie der Eltern schreckten mehrerer Nachbarn auf, die zu Hilfe eilten, die aber alle nichts mehr ausrichten konnten. "Wir sind zutiefst geschockt", sagt eine Bewohnerin zu oe24. "Das Opfer war total nett und beliebt, wie konnte ihr nur so etwas passieren?"

Kottingbrunn
© MONATSREVUE/Thomas Lenger

Zunächst konnte die Todesursache nicht eindeutig festgestellt werden, auch ein Sturz wurde laut Kripo nicht ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ordnete deswegen eine Obduktion an. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge starb die Frau durch Fremdverschulden, konkret durch mindestens ein Projektil im Kopf. Angeblich soll der Steirer aus dem Bezirk Leibnitz sogar dreimal aus purer Wut abgedrückt haben.

(S E R V I C E - In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217, https://www.gewaltschutzzentrum.at/, beim Polizei-Notruf: 133)

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