"Alles andere Hohn"

Faulster Lehrer steht nun vor Entlassung

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Der Kärntner Lehrer Wolfgang G. (53) hat in zwei Jahren nur eine Woche gearbeitet. Vermutlich hat er bald gar nichts mehr zu tun.

Der „Schwerpunktschule für Informatik und Sprachen“ in St. Paul im Lavanttal fehlte lange eine wichtige Lehrkraft: Wolfgang G. (53) sollte Informatik und Englisch unterrichten – hat aber in zwei Jahren nur sieben Tage gearbeitet; vermutlich ein Fall für „Guinnessbuch der Rekorde“.

Burn-out.
ÖSTERREICH berichtete die Vorgeschichte: Vermutlich vom Berufsalltag zermürbt, meldete sich Wolfgang G., der einmal als engagierter Pädagoge galt, immer wieder krank. Einmal war es ein Burn-out, dann waren es die Bandscheiben, einmal ein schlimmer Fuß, dann eine dringend nötige Kur. Schließlich suchte er um eine befristete Stundenreduktion an.

Nebenjob.
Doch auch als die Genehmigung ablief, kehrte der Lehrer nicht in die Schule zurück. Möglicher Grund dafür: ein lukrativer Nebenjob des Dauerpatienten. Für den Klebstoffhersteller PascoFix fuhr Wolfgang G. auf Messen in ganz Europa.

Deckung.
Dass seine Absenz vom Schulbetrieb so lange toleriert wurde, kann mit politischer Deckung zu tun haben. Denn Wolfgang G. war früher auch (VP) Vizebürgermeister von St. Paul. Doch auch nach Auffliegen der Affäre kam der Lehrer mit einer Geldstrafe von fünf Monatsgehältern und einer Herabsetzung seiner Gage auf rund 1.000 Euro davon, so lange die Untersuchungen laufen

Hohn.
Kärntens Landesschulrat-Vize Rudolf Altersberger aber hat jetzt vom „bezahlten Spazierengehen“ die Nase voll – und die oberste Disziplinarkommission eingeschaltet: „Der Fall kann nur mit einer Entlassung enden.“ Nachsatz: Alles andere wäre ein Hohn.“

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