Gelsen-Plage

Gefährliches Tropenvirus breitet sich bis nach Österreich aus

Was lange als Problem ferner Länder galt, erreicht nun Mitteleuropa. Eine neue Studie zeigt, dass das Chikungunya-Virus durch Gelsen auch in Österreich übertragen werden kann. 

Das Risiko für eine Ansteckung mit dem Chikungunya-Virus in Österreich ist laut einer aktuellen Studie des "Journal of the Royal Society", über die auch der britische „Guardian“ berichtete, deutlich höher als bisher angenommen. In den Monaten Mai bis September erreichen die Temperaturen hierzulande Werte zwischen 14 und 32 Grad, was die Übertragung durch die Asiatische Tigermücke ermöglicht. Damit stufen Forscher Österreich mittlerweile als Zone mit moderatem Übertragungsrisiko ein.

Gefahr durch heimische Gelsen

Besonders im Juli und August sind die klimatischen Bedingungen in Österreich ideal für das Virus. Während die Krankheit früher nur in den Tropen vorkam, breitet sich die anpassungsfähige Asiatische Tigermücke durch den Klimawandel immer weiter nach Norden aus. Die Studie belegt zudem, dass sich das Virus bereits bei Temperaturen entwickeln kann, die zwei bis zweieinhalb Grad niedriger liegen als bisher vermutet.

Schwere Folgen einer Infektion

Eine Erkrankung äußert sich durch plötzliches Fieber und extrem starke Gelenkschmerzen. Diese Beschwerden können massiv sein und den Alltag der Betroffenen über Jahre hinweg beeinträchtigen. Laut Untersuchungen leiden rund 40 Prozent der Patienten noch lange nach der eigentlichen Infektion an Entzündungen oder Schmerzen. Besonders gefährdet sind dabei ältere Menschen sowie kleine Kinder.

Lage in Europa verschärft

In Ländern wie Italien und Frankreich kam es bereits zu lokalen Ausbrüchen, die meist durch Reiserückkehrer ausgelöst wurden. In Österreich wurden bislang nur importierte Fälle registriert, doch die steigenden Temperaturen könnten das ändern. Europa erwärmt sich schneller als andere Weltregionen, wodurch sich die Grenzen für Tropenkrankheiten verschieben. Neben Österreich gelten auch Deutschland, die Schweiz und die Niederlande als gefährdet.

Prävention und richtiger Schutz

Diana Rojas Alvarez von der Weltgesundheitsorganisation betont, dass es noch Möglichkeiten zum Gegensteuern gibt. Wichtig sei die gezielte Bekämpfung von Mückenpopulationen und die Aufklärung. Bürger können sich schützen, indem sie stehendes Wasser in Gießkannen oder Pflanzuntersetzern vermeiden, helle, lange Kleidung tragen und Insektenschutzmittel verwenden. Impfstoffe existieren zwar, sind aber derzeit teuer und nicht flächendeckend verfügbar.

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