Die Staatsanwaltschaft Linz prüft auch eine mögliche Körperverletzung.
Nachdem am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz einer Frau fälschlicherweise die gesunde Gebärmutter entfernt worden ist, hat der Anwalt der Frau nun das Spital wegen Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Linz bestätigte einen entsprechenden Bericht von ORF OÖ. Die Anzeige richte sich gegen "unbekannte Entscheidungsträger". Diese werde geprüft und nächste Woche sei mit der Entscheidung zu rechnen, ob es einen Ermittlungsauftrag gibt.
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Konkret wird dem KUK vorgehalten, geschützte Patientendaten an eine oberösterreichische Zeitung weitergegeben zu haben, wie Angaben zum Gesundheitszustand, zur Diagnose, Fehldiagnose sowie zur Behandlung, heißt es beim ORF. Im Zuge der Übermittlung der Sachverhaltsdarstellung durch den Anwalt prüfe die Staatsanwaltschaft auch, ob möglicherweise eine Körperverletzung vorliege, teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz mit.
Probe war kontaminiert
Der Patientin war im Sommer 2025 mitgeteilt worden, sie habe einen Tumor und müsse rasch operiert werden. Die Gebärmutter wurde entfernt. Als diese im Labor - wie routinemäßig üblich - noch einmal untersucht wurde, stellte sich heraus, dass es kein Tumorgewebe gab. Die Probe war demnach durch die eines anderen Patienten kontaminiert worden und das Ergebnis deshalb fälschlicherweise positiv gewesen. Erst rund vier Wochen nach dem zuständigen Primar darüber informiert worden, dass es einen falschen Befund gegeben hatte. Bis dahin glaubte sie, an einer aggressiven Krebsform erkrankt zu sein.
Das Uniklinikum hatte direkt nach Bekanntwerden des Falls mitgeteilt, dass aus seiner Sicht kein medizinisches oder rechtliches Fehlverhalten vorliegen würde. Bei der Probe sei es "zu einer äußerst seltenen pathologischen Komplikation" gekommen, was selbst "bei sorgfältigsten Abläufen unter strengsten Qualitätsstandards nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden" könne.